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Theater

Hyäne Fischer: „Hodenlos an die Macht“ in Berlin

Die Volksbühne Berlin bringt „Das totale Musical“, ein Video läuft bereits.

„Im Rausch der Zeit“ hieß das Lied, mit dem eine gewisse Hyäne Fischer 2018 beim Song Contest in Israel für Österreich antreten wollte. Vom Namen her und musikalisch war das Objekt der Parodie offensichtlich die Schlagerkönigin Helene Fischer. Das Video zeigte eine Gruppe von Frauen im Eva-Braun-Look in alpenländischem Idyll. Viele fühlten sich an die Methode der slowenischen Band Laibach erinnert: ein Spiel mit Ästhetik, die „irgendwie totalitär“ anmutet, sich aber nicht auf eindeutig verfängliche Symbole festlegt. Dahinter stand die „Burschenschaft Hysteria“, ein ebenfalls parodistisches Projekt: linke Feministinnen, die die Ästhetik der Burschenschaften annahmen und sie damit virtuos verspotteten, indem sie etwa den Wiener Akademikerball 2017 zum „Hysteria-Ball zur Erziehung und Schutz des Mannes“ erklärten. Der mit ihr assoziierten Stefanie Sargnagel gab die Hysteria einmal „Saalschutz“.

Nun gibt Hyäne Fischer – von der noch immer nicht bekannt ist, wer sie verkörpert – ein Comeback. Und zwar in Berlin, an der Volksbühne, die seit 2021/22 von René Pollesch geleitet wird. Mit „Hyäne Fischer – Das totale Musical“ widmet sie ab 10. November „der Ikone einen antifaschistischen Held*innen Epos, der (sic!) den Weg ins goldene Matriarchat besingt“. Zugleich mit der Ankündigung erschien ein neues Video, wieder gedreht von Kurdwin Ayub. Der Song lehnt sich wieder stark an Helene Fischer an: „Hodenlos an die Macht“, mit Zeilen wie „Ja, die Welt ist bereit, für die neue Zeit“. Am Anfang eine Trigger-Warnung: „Dieses Video enthält Szenen sexualisierter Gewalt.“ Sensibel! Die vordem Entlarvenden werden mit denselben Mitteln selbst „entlarvt“, unter deutlich spürbaren Gänsefüßchen: kluge Weiterdrehung der Hyäne-Fischer-Mythografie.