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Interview

Ortstafelsturm: "Das Trauma ist bis heute nicht überwunden"

Auch zweisprachige Hinweisschilder wurden 1972 aufgestellt – blieben aber nicht lang stehen.
Auch zweisprachige Hinweisschilder wurden 1972 aufgestellt – blieben aber nicht lang stehen.Votava/picturedesk.com
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Der Rechtsanwalt Rudolf Vouk über die Folgen des „Ortstafelsturms“ von 1972 für die slowenische Minderheit, seinen „bittersüßen Erfolg“ vor dem Verfassungsgerichtshof und das langsame Aussterben der Volksgruppe.

Die Presse: Beim Ortstafelsturm vor 50 Jahren waren Sie sieben Jahre alt. Haben Sie Erinnerungen daran?
Rudolf Vouk: Ich weiß noch, dass zu Hause alle sehr aufgeregt waren. Mein Vater hat einen zweisprachigen Wegweiser aufgeklaubt, der herumgelegen ist. Den habe ich noch heute zu Hause.

Was hat der Ortstafelsturm mit der slowenischen Volksgruppe gemacht?
Das Trauma, das damals ausgelöst wurde, ist bis heute noch nicht überwunden. Bei den Älteren hat es Erinnerungen an die Nazi-Zeit ausgelöst. Bei manchen ist das auch so weit gegangen, dass sie damals entschieden haben, das Ganze ihren Kindern zu ersparen und schlicht und einfach das Slowenische aufzugeben.

Sie sind einen anderen Weg gegangen und haben sich besonders für das Thema eingesetzt. Was war das Motiv?