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Reportage

Wie viel Nutzung verträgt der Fluss, wie viel der Falke?

Die braune Farbe des Kamp (hier bei der Rosenburger Brücke) hilft bei der Erwärmung durch die Sonne.
Die braune Farbe des Kamp (hier bei der Rosenburger Brücke) hilft bei der Erwärmung durch die Sonne.Ernst Weingartner / Weingartner-
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Bei Wasserkraft und Falknerei sind Nutzungskonflikte programmiert. Die Kommission für Interdisziplinäre Ökologische Studien der ÖAW interessiert sich genau für solche Brennpunkte, diesmal im Kamptal.

Es wäre eine schnell erzählte Geschichte aus dem niederösterreichischen Kamptal. Sie drehte sich um ein Wasserkraftwerk in Rosenburg, dessen Turbinen tapfer seit 1907 laufen. Auf der einen Seite stünde die EVN, die in Zeiten der Umstellung auf erneuerbare Energie die über 100 Jahre alte Werkanlage deutlich umbauen und effizienter machen möchte. Auf der anderen Seite hielte eine Bürgerinitiative dagegen, die die hiesige Umwelt von einem solchen Eingriff nicht beeinträchtigt wissen will und auf prominente Stimmen wie Helmut Pechlaner, Erni Mangold und Manuel Rubey zählt. Es stünde die fortschrittliche Nutzung der Natur gegen den Erhalt ihrer „Unberührtheit“.

Doch so einfach ist die Geschichte nicht. Sonst würde nicht die Kommission für Interdisziplinäre Ökologische Studien, kurz Kiös, der Akademie der Wissenschaften – unter der Leitung von Umwelthistorikerin Verena Winiwarter – ihre heurige Exkursion hierherführen. „Die Grundidee dahinter“, sagt Winiwarter, „ist, dass es in unserer Kulturlandschaft immer wieder zu Nutzungskonflikten kommt, die nicht ohne Aushandlungsprozesse befriedet werden können.“ Und die übrigens nie nur schwarz-weiß, sondern bei genauem Hinschauen immer facettenreich sind. Wie wir mit solchen Konflikten umgehen, ist eine Schlüsselfrage unserer Zukunft.