Eine Geschichte der Flaschenpost erzählt von letzten Worten, Fake-Botschaften und Kolonialismus.
Schon Kolumbus hat auf seiner Rückreise aus der Neuen Welt in Seenot eiligst Pergamentblätter beschrieben und im Meer ausgesetzt – allerdings nicht in einer Flasche, sondern in einem Fass. Er notierte seine Entdeckungen auf den Blättern, doch das Fass wurde nie gefunden.
So erging es auch dem allergrößten Teil der Flaschenpost, die auf den Weltmeeren ausgesetzt wurde. Oft waren es die letzten Worte Unglücklicher, oft einfach Koordinaten und Daten. Ozeanografen erhofften sich vom Weg der Flasche Erkenntnisse über die Meeresströmungen. Der deutsche Astronom Franz Xaver von Zach wollte Anfang des 19. Jahrhunderts die Bouteillenpost überhaupt systematisch auf allen Schiffen installieren. So könnte man das „erhabene Schauspiel“ der mit der See kämpfenden Menschen und ihre Abenteuer der Nachwelt vermitteln und letzte Botschaften an ihre Angehörigen ermöglichen.