Ausstellung

Wie einzigartig war Klimt?

Untypisches Motiv für ein Ölbildnis Gustav Klimts, da keine Dame der High Society: Johanna Staude war Sekretärin von Peter Altenberg. Es ist eines von Klimts letzten Porträts, 1917−18.
Untypisches Motiv für ein Ölbildnis Gustav Klimts, da keine Dame der High Society: Johanna Staude war Sekretärin von Peter Altenberg. Es ist eines von Klimts letzten Porträts, 1917−18. Belvedere
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Wie eine Schatzsuche kam Kunsthistorikern aus Wien und Amsterdam die Arbeit an einer großartigen Ausstellung vor – 2023 im Belvedere, jetzt eröffnete sie im Van-Gogh-Museum.

Ein einziges Mal nur fuhr Gustav Klimt nach Paris. Und das erst 1909. Dabei galt die Stadt an der Seine damals schon lang als Nabel der Avantgardekunst, als Quelle neuester Stile und Kunstströmungen. Aber der 1862 geborene Klimt reiste bekanntlich nicht gern. Er begnügte sich mit seinem Leben in Wien. Hier entwickelte er seinen ganz eigenen Malstil, der ihn leicht als Sonderling erscheinen ließ. Einige wie der berühmte Literat Karl Krauss kritisierten seine Bilder damals als allzu dekorativ. Andere ignorierten ihn, weil er sich nicht in die avantgardistischen Moden seiner Zeit einfügte.

Aber war Klimt tatsächlich so fern und unbeeinflusst von seinen Kollegen? Dieser Frage geht jetzt eine großartige Schau nach, die in enger Zusammenarbeit zwischen dem Van-Gogh-Museum in Amsterdam und dem Wiener Belvedere entstand und gerade in Amsterdam eröffnete. Zu sehen sind 24 Bilder und zwölf Zeichnungen von Klimt, darunter einige, die seit Jahrzehnten nicht mehr zu sehen waren. Als Vergleiche dazu gestellt sind 36 Werke einflussreicher Maler.

Gewagte These. Die gewagte These dieser Ausstellung: Gustav Klimts Werk ist deutlich inspiriert von einigen Meistern der westeuropäischen Moderne, vor allem von Van Gogh. Wo aber hatte der reiseunlustige Klimt diese Werke damals sehen können? Diese Frage hielt das Kuratorenteam der beiden Häuser in einer mehrjährigen Recherche auf Trab.

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