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Musikverein

Die Philharmoniker, die Musik des Todes und die Fröhlichkeit

Franz Welser-Möst zeigte im Musikverein erstaunliche Perspektiven auf.

Welche Klangkultur! In einem großen Bogen, Melodie, Rhythmus und Harmonie in ein ätherisches Bild auflösend, entschwebt die Musik ins tönende Gewölbe der „Verklärung“, die Richard Strauss in seiner symphonischen Dichtung op. 24 besingt – die Philharmoniker in ihrem Element. Gewiss, man hat die aufwühlenden Klänge der vorangehenden Todesmusik wütender, verzweifelter in Erinnerung. Aber Franz Welser-Möst ist nicht der Dirigent eines nachdrücklichen Expressionismus. Er gönnt dem Hörer auch nicht die gewohnten kurzen Ruhepunkte vor den „schönen Stellen“. Er realisiert, was in der Partitur steht – und verliert das große Ganze nie aus den Augen.

Im zweiten Philharmonischen definierte er diese Ganzheitlichkeit – wie schon einmal in Salzburg – noch umfassender und ließ die Strauss-Tondichtung wieder pausenlos aus Wagners „Parsifal“-Vorspiel herauswachsen. Die metaphysischen Ahnungen dieser Musik liegen ihm ganz besonders. Das mag paradox klingen, aber wer Wagners einzigartig differenzierte dynamische Anweisungen scheinbar sachlich beim Wort, sprich: bei den Noten nimmt, dem öffnen sich visionäre Klangräume, und die staffiert keiner so ästhetisch aus wie die Philharmoniker.