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Wiener Ansichten

Saikogasse: Von der Baukunst mitten im Plattenbau

Vorzeigebauwerk der 1970er: Karl Schwanzers Pfarrzentrum "Auferstehung Christi" . . .wf
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Karl Schwanzer (1918–1975) und die Pfarre „Auferstehung Christi“: ein Besuch in Kagran.

Die Plattenbau-Rayone der Wiener 1960er-Jahre sind nicht der Ort, an dem man prioritär nach schützenswerten Baudenkmälern sucht. Bei allem Respekt für die Anlagen, die ihr den Tagen ihrer Errichtung geschuldetes Grundprinzip – maximal viel Wohnraum zu minimalen Kosten in kürzest möglicher Zeit – mit der Würde der Ehrlichkeit nach außen tragen: Perlen einer verfeinerten Baukunst wird man darunter nicht finden können. Und selbst dass wir heute, unter sehr viel komfortableren Umständen, noch immer nicht imstande sind, mit unseren Neubauten jene vielfach verachteten Quartiere in Sachen Wohnqualität verlässlich zu übertreffen, macht aus einem Plattenbau kein Schloss Schönbrunn.

. . . mit Kirche . . .wf

Andererseits, so medioker kann ein Umfeld gar nicht sein, dass sich nicht doch darin Bemerkenswertes begeben könnte. Nehmen wir den Rudolf-Köppl-Hof, Wien Donaustadt: 1314 Wohneinheiten, aufgeteilt auf 23 Blöcke, zwischen Saikogasse und Anton-Sattler-Gasse Mitte der 1960er routiniert auf den Kagraner Acker gestellt. Für sich genommen nichts Auffälliges. Mittendrin freilich öffnet sich der Blick in eine ganz andere Architekturwelt: die des Karl Schwanzer (1918–1975). Anfang der 1970er hat Schwanzer ein Pfarrzentrum samt angeschlossener Kirche für diesen Gemeindebau geplant, lässt die unterschiedlichen Funktionen, aufgeteilt auf vier verschränkte, kreisförmige Baueinheiten, innig umschlungen miteinander tanzen: ein – mittlerweile denkmalgeschütztes – Vorzeigewerk seiner Zeit.