Die Wall Street zum Gegner: Ein „Sheriff“ auf dem Weg nach oben

(c) AP (Mary Altaffer)
  • Drucken

Der New Yorker Staatsanwalt Andrew Cuomo geht mit den Banken gern hart ins Gericht. Das sicherte ihm die Wahl zum Gouverneur.

Porträt des Tages

Wenn jemand von der Finanzkrise profitiert hat, dann Andrew Cuomo. Seit Lehman Brothers im September 2008 pleitegegangen ist, ist New Yorks Staatsanwalt ein Dauergast auf den Titelseiten der US-Zeitungen. Kaum eine Bank, die Cuomo nicht ins Visier genommen hat, kaum ein Institut, das seit damals keine Klage von dem umtriebigen Juristen zugestellt bekommen hat.

Ob Goldman Sachs, Citigroup, Bank of America, JP Morgan, UBS oder die Deutsche Bank: Der an der New Yorker Fordham University ausgebildete Cuomo hat ihnen allen wegen verschiedener Delikte im Zusammenhang mit der Finanzkrise den Kampf angesagt. Goldman hat 550 Mio. Dollar, Citigroup 75 Mio. Dollar gezahlt. Die Verhandlungen mit den anderen Instituten laufen noch. In der Boulevardpresse brachte das dem 53-Jährigen den Spitznamen „Sheriff“ ein, in der Bevölkerung sammelte er Sympathien. Die New Yorker wählten Cuomo zum Gouverneur, im Jänner tritt er sein Amt an. Mit einer Klage gegen Ernst & Young hinterließ Cuomo der Finanzindustrie ein ganz besonderes Abschiedsgeschenk.

Auch wenn Cuomo sein Gouverneursamt noch nicht einmal angetreten hat, sehen ihn manche bereits jetzt für Höheres bestimmt. Der Demokrat verfügt als Exmann von Kerry Kennedy, der Nichte des früheren Präsidenten, über ein exzellentes Netzwerk. Möglichen Ambitionen für das Präsidentenamt dürfte das nicht schaden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.12.2010)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.