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Bekommt sie den Buchpreis? Fatma Aydemirs Roman „Dschinns“ handelt von den Kindern einer Gastarbeiterfamilie in Deutschland.
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Literatur

Deutscher Buchpreis: Hier kommen Mütter nicht gut weg

Ein Trottel mit totem Sohn, eine monströse Oma und das Leiden der dicken Mama: über die sechs Kandidaten für den Buchpreis, von Queerem bis zu provokant Altmodischem. Plus eine „Presse“-Empfehlung.

Am 17. Oktober wird der Deutsche Buchpreis vergeben, auf der Shortlist stehen Fatma Aydemir ("Dschinns"), Kristine Bilkau ("Nebenan"), Daniela Dröscher ("Lügen über meine Mutter"), Jan Faktor ("Trottel"), Kim de l'Horizon ("Blutbuch") und Eckhart Nickel ("Spitzweg"). Die „Presse“ hat die Werke unter die Lupe genommen. Und gibt noch eine Empfehlung ab.

Familie, deutsch-türkisch

Ein Mann steht auf dem Balkon einer frisch eingerichteten Istanbuler Wohnung. Mit ihr hat er erreicht, wofür er jahrzehntelang in Deutschland geschuftet hat, für seinen Lebensabend. In der nächsten Minute stirbt er an einem Herzinfarkt. Aus Deutschland reisen Kinder und Gattin an, und in Rückblicken erzählt die 1986 geborene Autorin Fatma Aydemir ihre Geschichten. Im Zentrum steht Sevda. Sie hat sich von einem unzuverlässigen Ehemann getrennt, als Geschäftsfrau selbstständig gemacht und mit der Familie gebrochen – weil vor allem die Mutter sie bei ihrer Emanzipation nicht unterstützt hat.

„Dschinns“ füllt die Form des traditionellen Familienromans sehr gekonnt, fast musterschülerhaft aus (sieht man von ein paar gar zu sehr hineingezwungenen und stereotypen Elementen ab). Da der Roman so gar nicht aus dem klassischen Rahmen auszuscheren versucht, wäre er ein ausgesprochen konventionelles Siegerbuch. (sim)

Fatma Aydemir: „Dschinns“, 348 S. , 24,70 €, Hanser-Verlag