Der Streit zwischen USA und Arabern hält den Ölpreis hoch. Das könnte schwere Folgen haben.
Istanbul/Wien. Der Präsident fror. Als Mohammed bin Zayed, Staatschef der Vereinigten Arabischen Emirate (UAE), jetzt aus der mehr als 30 Grad heißen Golf-Region ins kalte St. Petersburg reiste, fehlte ihm ein Mantel – doch Wladimir Putin lieh dem Gast seine Winterjacke, wie auf Bildern des russischen Staatsfernsehens zu sehen war. Die freundschaftliche Geste des Kremlchefs illustrierte die guten Beziehungen Russlands zu den Ölstaaten am Golf. Diese sind eigentlich enge Partner der USA, doch Streit um die Ölförderung in Zeiten des Ukraine-Krieges hat die Verbündeten entzweit und die Araber näher an Moskau rücken lassen. Der Ölpreis dürfte auf absehbare Zeit hoch bleiben.
Westliche Spitzenpolitiker, angeführt von US-Präsident Joe Biden, hatten die Araber und besonders deren Führungsmacht Saudi-Arabien nach dem Ausbruch des Ukraine-Krieges gebeten, mehr Öl zu fördern, um den weltweiten Preisauftrieb zu bremsen. Vorige Woche beschlossen die Araber und Russland jedoch im Gegenteil, die Ölproduktion um zwei Millionen Fass (je 159 Liter) am Tag zu drosseln. Dieser Schritt könnte weitreichende Folgen haben.