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Bodenbeläge

Design auf Schritt und Tritt

Die Wahl des Fußbodens bestimmt das Raumklima entscheidend mit.
Die Wahl des Fußbodens bestimmt das Raumklima entscheidend mit.Getty Images/iStockphoto
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Holz, Fliesen, oder doch Teppich? Welche Bodenbeläge und Designs sich für welchen Zweck eignen.

Wir treten sie sprichwörtlich mit Füßen, beachten sie kaum, und doch sind sie nach Ansicht der Experten ein wesentliches Element der Raumwirkung: die Böden. Und wie alles im Wohnbereich unterliegen auch sie gewissen Trends, sei es bei den Materialien, sei es bei ihrer Gestaltung oder Wirkung. Aktuell sind beispielsweise Eichenböden sehr beliebt. Das Hartholz verfügt – mit der richtigen Pflege wie Einölen und Abschleifen – über eine lange Lebensdauer, wirkt warm und einladend.

Darüber hinaus sollte man aber nicht die Alternativen aus dem Blick verlieren, meint Elke Altenberger, Geschäftsführerin von Interior Design & Consulting. Bodenbeläge wirkten nämlich stilführend. Je nach Gesamtkonzept, ob der Raum warm oder kühl wirken soll, elegant oder rustikal, und abhängig von den Lichtverhältnissen in einem Raum würden sich die verschiedensten Variationen anbieten. Das können zum Beispiel „Terrazzoböden, Fliesen in Marmoroptik, Feinsteinzeug oder Fischgrat“ sein, verrät Altenberger. Fischgrat werde „zumeist zu kleinen Brettern zugeschnitten verlegt, in modernen Räumen oder im revitalisierten Altbau zu längeren Brettern“, sagt die Expertin. Daraus ergeben sich unterschiedliche Muster, die die Einrichtung eines Raumes komplementieren. „Man kann aber auch unterschiedliche Stile, Materialien und Farben kombinieren. Mit dem nötigen Geschick verleihen sie Räumen eine durchaus persönliche Note“, weiß Altenberger.

Gefragte Steinböden

Stefan Zierhofer, Modulmanager für Raumausstattung bei Service & More, verweist außerdem auf die Beliebtheit von Laminatböden. Ihre Optik ahme immer besser Holz oder Stein nach, was sich auch in ihrer Haptik widerspiegle. Werde der Boden richtig verlegt, reduziere er Geh- und Trittschall besser und sei wasserresistenter als frühere Varianten. Da moderne Laminatböden zudem haltbarer und leichter zu reinigen seien, eigneten sie sich auch für Bäder und Küchen.

Teppiche eignen sich den beiden Experten zufolge vor allem in Räumen, die Gemütlichkeit ausstrahlen sollen. Dazu gehören etwa Kinder- oder Wohnzimmer. Teppichläufer und -vorleger oder Teppichfliesen würden nicht nur eine Wohlfühlatmosphäre erzeugen, sondern „durch unterschiedliche Designs Schwung in einen Raum bringen“, wie sich Zierhofer ausdrückt. „Im Vergleich zu Holzböden sind Teppiche allerdings schwieriger zu reinigen und sollten alle sieben Jahre erneuert werden, da sie anfälliger für Flecken und Druckstellen sind“, betont der Experte. Und obwohl mittlerweile Teppiche für Allergiker entwickelt wurden, sammle sich leicht Staub zwischen den Fasern an.

Zu den kostenintensivsten Bodenbelägen gehören Steinböden. „Das wird aber gutgemacht durch ihre Langlebigkeit und vielseitige Anwendung“, erläutert Altenberger. Gleich ob Marmorboden, Schiefer, Feinsteinzeug oder Terrazzofliesen – Steinböden liegen hoch im Kurs, weiß die Expertin: „Feinsteinzeug zum Beispiel hat die optischen Vorteile eines Echtsteins, ist robust und alterstauglich, allerdings nicht so pflegeleicht“, schränkt sie ein.

Eine Option in diesem Bereich sind hauchdünne Natursteinfurniere, wie sie das Schweizer Unternehmen Skinrock herstellt. Diese nur wenige Millimeter starken, extrem leichten und biegsamen Steinplatten sind leicht zu verarbeiten und sowohl als Bodenbelag, Wand- und Fassadenverkleidung als auch im Küchen- und Möbelbau einsetzbar. „Ist Skinrock verbaut, ist es von einer massiven Steinplatte nicht zu unterscheiden“, versichert Managing Partner Peter Wiesinger. Materialknappheit, stockende Lieferketten, steigende Energiekosten und die Inflation gehen auch an den Herstellern nicht vorbei. Sprich: Auch die Böden werden teurer, wie Zierhofer warnt. „Diese Probleme bringen es zudem mit sich, dass die Lieferketten schwerer nachvollziehbar werden, was sich auf die Qualität und Nachhaltigkeit auswirken könnte.“

Für jeden Boden die beste Reinigung

Tipp 1

Holz: Je sanfter die Reinigung, desto langlebiger der Boden. Mikrofaser zum Beispiel sorgt für eine gründliche, aber schonende Säuberung. Durch Staubsaugen, anschließendes Nasswischen und Verwendung eines pH-neutralen Reinigers wird der Boden optimal gepflegt. Dabei soll er nicht zu lang Wasser ausgesetzt werden, um Schäden wie Schwellungen oder Verfärbungen zu vermeiden. Und: keinen Essig verwenden.

Tipp 2

Stein: Für Steinböden eignet sich am besten ein Allesreiniger. Dieser wird in Wasser aufgelöst und nach dem Entfernen von grobem Schmutz mit dem Staubsauger oder Besen dazu benutzt, den Boden zu wischen. Wichtig ist, dass das Reinigungsmittel nach der Reinigung komplett entfernt wird. Auch hier: kein Essig oder andere säurehaltigen Mittel.

Tipp 3

Teppich: Teppichvorleger oder -läufer können ausgeklopft werden, um den gröbsten Dreck zu entfernen. Teppiche können aber auch imprägniert werden, um einer starken Verschmutzung vorzubeugen. Die effektivste Methode, um Teppiche zu säubern, ist die Reinigung mit Wasser und das Staubsaugen. Im Gegensatz zu Holz- und Steinböden wirkt Essig hier sehr effektiv beim Entfernen von Flecken.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.10.2022)