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Startvorteil

Promi-Forscher werden eher publiziert

Begutachtungsprozess für Fachmagazine ist unfair.

Ein Bestandteil wissenschaftlicher Qualitätssicherung ist das Peer-Review-Verfahren. Unabhängige Gutachterinnen und Gutachter beurteilen dabei den Wert einer Arbeit, bevor diese in dem jeweiligen Fachmagazin publiziert wird. Ein Experiment zeigte nun, dass prominente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Vorschusslorbeeren und somit einen Startvorteil bei der Begutachtung haben (Pnas). Es kommt zum sogenannten Halo-Effekt (englisch „halo“: Heiligenschein).

Nobelpreisträger bevorzugt

Jürgen Huber von der Uni Innsbruck bat Vernon Smith, Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger von 2002, sowie Stefan Palan von der Uni Graz und Herausgeber des Journal of Behavioral and Experimental Finance zur Mitarbeit. Palan ließ einen von Smith gemeinsam mit dem Jungforscher Sabiou Inoua verfassten Artikel von 534Gutachterinnen und Gutachtern beurteilen.

Allerdings erhielten nicht alle dieselben Informationen dazu. Die Hälfte jener Gruppe, die keine Autorennamen wusste, empfahl, den Artikel nicht zu publizieren. War Inoua als Autor bekannt, stieg dieser Anteil auf über 65 Prozent. Dagegen empfahlen nur 23 Prozent der Gutachterinnen und Gutachter eine Ablehnung, die von Smith wussten.

Physikerinnen benachteiligt

Aber nicht nur Prominenz, auch das Geschlecht sorgt für Ungleichbehandlung: Bei einem Vergleich von inhaltlich sehr ähnlichen Physikpublikationen hat ein Team vom Complexity Science Hub in Wien Hinweise auf strukturelle Bevorzugung männlicher Hauptautoren gefunden (Communications Physics). So bekommt bei Paaren gleichwertiger Arbeiten der männliche Autor im Durchschnitt 0,84 Zitierungen mehr als die Autorin.

(APA/cog)