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Glosse

Konzerngewinne: Gibt's hier zufällig was zu verteilen?

Werner Kogler
Kogler diese Woche bei der Klima- und Transformationsoffensive für eine nachhaltige Industrie.(c) IMAGO/SEPA.Media (IMAGO/Martin Juen)
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Also doch: Grünen-Chef Werner Kogler will die „Übergewinne“ der Energieversorger besteuern.

Also sprach Werner Kogler: Ab 2023 werde Österreich die „Zufallsgewinne“ heimischer Energieversorger abschöpfen. Der Grünen-Chef konnte sich am Samstag leicht „hinauslehnen“, wie er es formulierte. Immerhin ist die Aktion höchst populär. Den Konzernen nehmen, den Armen geben – das kommt in Österreich so gut, wie auch im Rest der EU. Doch leider sieht die neue Steuer nur auf dem Papier gut aus. In der Realität fließt ein Großteil der Gewinne der Versorger bereits an den Staat. Verbund, OMV, EVN und Wien Energie – die ganze Energiebranche gehören zu einem Gutteil der öffentlichen Hand. Von hundert (fiktiven) Euro Zufallsgewinn, landen etwa beim Verbund heute schon 88 Euro beim Staat, rechnete das Wifo jüngst vor.

Unterm Strich bliebe also kaum mehr Geld zu verteilen. Dafür schüfe der Bund eine neue standortschädliche Steuer, deren bloße Erwähnung Verbund und EVN im Frühling einen Kursrutsch beschert hat. Auch die Frage, ob der Staat nicht doch Besseres mit dem Geld anzufangen wüsste als die Konzerne, erledigt sich von selbst. Oder hat noch irgendjemand Lust, über die Treffsicherheit der Förderorgien der letzten Jahre zu reden?