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Debatte

Ist der blutige Stierkampf eine holde Kunst?

Ein politisches Scharmützel ruft es in Erinnerung: In Spanien ist die Corrida als Kulturgut geschützt. Der französische Philosoph Francis Wolff verteidigt das Spektakel als Kunstform. Ein Versuch zu verstehen – ohne gleich rot zu sehen.

Eine kurze Meldung, die nachdenklich macht: Eine Gemeinde auf Mallorca wollte den Stierkampf verbieten, und das wurde ihr vorige Woche gerichtlich verboten – weil diese Tradition in Spanien seit 2013 als immaterielles Kulturerbe geschützt ist. Tatsächlich ist das Thema beim Kulturministerium angesiedelt, in der Sektion der „Bellas Artes“, der schönen Künste. Wie das Theater wird auch die Tauromachie kräftig subventioniert. Und wer online die Kulturressorts der führenden Zeitungen anklickt, stößt alsbald auf Hörner und rote Tücher. Bei wichtigen „Ferias“ sind über die Hälfte aller Artikel Rezensionen von Auftritten der Toreros, auch in der linksliberalen „El País“. Das öffentliche Töten von Tieren als Kulturgut, gar als Kunst? Spinnen die Spanier?