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Umfrage

Work-Life-Balance: Großes Gehalt für wenige Stunden?

FH Burgenland
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Österreichweit wurden 10.000 Studierende dazu befragt, welche Leistungen ein Arbeitgeber erbringen muss, um attraktiv zu sein. Neben dem Wunsch nach einer Balance zwischen Arbeitszeit und Freizeit erwarten Studierende auch um sechs Prozent mehr Gehalt als im Vorjahr.

Die viel zitierte Work-Life-Balance, also eine Ausgeglichenheit zwischen Berufs- und Privatleben, gewinnt vor allem bei den Jungen an Bedeutung. Insgesamt steigt die Erwartungshaltung gegenüber den zukünftigen Arbeitgebern: Es reiche nicht mehr, flexible Arbeitszeiten anzubieten, sondern auch das Einkommen müsse binnen kurzer Zeit steigen. Auch die Arbeitsaufgaben haben vielfältig und das Umfeld freundlich zu sein. Diese Ergebnisse zeigt eine Stepstone-Umfrage unter 10.000 Studierenden in Österreich. Demnach müssen sich Unternehmen immer mehr bieten, um Mitarbeitende anzusprechen und motiviert zu halten.

Die Förderung der Work-Life-Balance durch Unternehmen befinde sich in der Erhebung erstmals unter den Top 10, genauer genommen an der siebten Stelle. Davor rangieren unter anderem die Möglichkeiten zur Weiterbildung, flexible Arbeitsbedingungen und ein attraktives Grundgehalt. Das Einkommen, gereiht an erster Stelle, hat somit auch oberste Priorität, wenn es um die Wahl des Arbeitgebers geht.

Red Bull, Google und Microsoft beliebt unter Studierenden

Homeoffice wollen mit 64 Prozent fast zwei Drittel machen - am besten an etwa 2,5 Tagen pro Woche. In Österreich ist Homeoffice etwas beliebter als in Deutschland und in der Schweiz, wo 61 Prozent auch im Heimbüro arbeiten wollen. Es gebe ganze Berufsgruppen, wie beispielsweise die IT-Branche, die ohne Remote Work-Angebot kaum noch zu erreichen sind, sagt Daniel Hauser, Senior Employer Branding Berater bei Universum und Mitinitiator der Studie.

So wollen 84 Prozent der befragten IT-Studierenden auch von Zuhause aus arbeiten können. Ähnlich hoch sei der Wert bei Studierenden mit sehr gutem oder gutem Erfolg. „Unternehmen sollten beim Homeoffice jedenfalls danach trachten, dass die Nutzung nicht zu einer Karriere-Bremse für die Mitarbeitenden wird“, sagt Hauser.

Während Audit und Consulting zu den beliebtesten Branchen 2022 zählen, verlieren öffentliche Einrichtungen und Non-Profit-Organisationen an Attraktivität. Zu den beliebtesten Arbeitgebern Österreichs zählen der Umfrage zufolge - divergierend nach Studienrichtungen der Befragten - Red Bull, Google, Microsoft, McKinsey, BMW, Porsche, die UNO, Raiffeisen Bank International, L'Oreal, Audi, Siemens, voestalpine, ÖBB, Daimler, Pfizer, Bayer, Boehringer Ingelheim, Johnson&Johnson, Novartis, Roche, das Außenministerium, Caritas, SOS Kinderdorf, Österreich Werbung, Bundesverwaltung, IKEA und die Nationalbank (OeNB).

Beim Geld hört die Liebe auf

Insgesamt müssten sich Firmen mehr bemühen, um ausreichend qualifizierte Mitarbeitende zu finden. „Dass Abgänger nach dem Studium zehn Bewerbungen schreiben, gibt es nicht mehr, man muss sich als Unternehmen immer mehr anstrengen“, sagte Hauser. Auch in monetärer Hinsicht: Studierende erwarten heuer sechs Prozent mehr als im Vorjahr - konkret ein durchschnittliches Jahresbruttogehalt von 39.400 Euro. Weibliche Studierende erwarten rund 17 Prozent weniger Gehalt als ihre männlichen Kommilitonen.

Da Gehaltserhöhungen immer nur einen kurzfristigen Nutzen haben, sagt Hauser, empfehle es sich, „das Gehalt als Hygienefaktor zu sehen und sich auf die restlichen acht Attribute zu fokussieren“. Denn: Man wolle auch nicht nur Leute, die rein wegen des Geldes kämen.

(APA/red.)