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Besuch aus Israel für HC Strache

Der FPÖ-Chef sucht Verbündete und findet sie in Israel: Er meint, der Weg ins Kanzleramt führe über Jerusalem.

Der Feind meines Feindes ist mein Freund: Und Israel hat zwar viele Feinde, aber die Regierung unter der Führung des Hardliners Benjamin Netanjahu offenbar immer weniger Freunde. Da kommt es gelegen, dass FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache seine Liebe zu Israel entdeckt. Zuletzt erhielt er Besuch vom israelischen Vizeminister Ayoob Kara, der sich auf diese Weise „für die Solidarität mit Israel bedanken will“.

So richtig glaubwürdig wirken Straches plötzlicher Philosemitismus und seine Solidarität mit Israel aber nicht. Als Jugendlicher hatte Strache immerhin Kontakte zur rechtsextremen Szene, unter anderem zur „Wiking-Jugend“, einer Neonazi-Organisation. Gut, auch ein HC Strache könnte mittlerweile klüger geworden sein: Dann wiederum stellt sich die Frage, warum er es ablehnt, die braunen Flecken in der FPÖ aufzuarbeiten. Auf die Frage eines Journalisten, warum er nicht wie etwa die SPÖ Vergangenheitsbewältigung betreiben wolle, lautete die lachhafte Antwort, dass die FPÖ – immerhin die Nachfolgepartei des Nazi-Auffangbeckens VdU – sauber sei.

Was Strache und Hardliner wie Ayoob Kara eint: Sie sehen beide den Islamismus als gefährlichste politische Strömung – nach Strache so gefährlich wie Kommunismus, Stalinismus oder Nationalsozialismus.

Dass die überwältigende Mehrheit der in Österreich lebenden Muslime mit dem gewaltbereiten Islamismus nichts am Hut hat, ficht HC Strache nicht an. Er will Ressentiments gegen Türken und Muslime schüren. Sein Philosemitismus ist wohl eher Islamophobie.

 

E-Mails an: thomas.seifert@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.12.2010)

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