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Auszeichnung

Yo-Yo Ma bedankte sich mit Dvořák für den Nilsson-Preis

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Cellist Yo-Yo Ma freut sich in Stockholm über den Birgit-Nielsson-Preis.(c) IMAGO/TT (IMAGO/Stefan Jerrevang/TT)
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Der höchstdotierte Preis der Klassikwelt wurde in Stockholm an den Starcellisten Yo-Yo Ma überreicht.

„Bin ich eigentlich ein Opernsänger? Das fragte ich mich, musste aber bald feststellen, dass das nur unter der Dusche zutrifft.“ Scherzhaft reagierte US-Starcellist Yo-Yo Ma auf die Nachricht, dass ihm der Birgit-Nilsson-Preis zugesprochen wurde, finanziert aus dem Nachlass der schwedischen Sängerin, dotiert mit einer Million Dollar. Damit will er sein „Bach Project“ weiterführen. Seit 2018 reist er mit den sechs Cellosuiten Bachs durch die Welt, auf fünf Kontinenten war er schon, bald ist die Antarktis an der Reihe. Dabei bringt er vor Ort Gruppen für Diskussionen und Musikprojekte zusammen.

Für den Preis bedankte sich Ma zunächst am Sonntag mit Dvořáks Cellokonzert. Er zeigte dabei den feinen Sound und die mutigen Phrasierungen, mit denen er sich als einer von ganz wenigen klassischen Musikern in die US-Populärkultur gespielt hat. Immerhin ist er schon bei den „Simpsons“ und mit Miley Cyrus aufgetreten.

Bei der pompösen Zeremonie am Dienstag im Stockholmer Konserthuset wurde dann nicht nur Yo-Yo Ma gefeiert, sondern auch das Andenken an Birgit Nilsson. Es begann im verdunkelten Saal mit einem „Tannhäuser“-Auszug mit ihr, als dann das Royal Stockholm Philharmonic Orchestra „Freudig begrüßen wir die edle Halle“, aus der gleichen Oper spielte, hatte das schon etwas Sakrales an sich. Bei der Hymne nach dem Einzug von König Carl XVI. Gustaf wurde klar, dass auch das Kulturland Schweden gefeiert wurde. Ma würdigte dieses in seiner Rede, indem er Nilsson in eine Reihe mit Dag Hammarskjöld, Ingmar Bergman und Greta Thunberg setzte. Als er die Klimaaktivistin erwähnte, ging ein leises Raunen durch den Saal. Der gut aufgelegte König nahm beim Überreichen des Preises mit einer kleinen Pantomime-Einlage dem Abend etwas von seinem feierlichen Ernst. Mit einem sehr schwedischen Popzitat schloss dann Kathryn Stott, Yo-Yo Mas langjährige Klavierpartnerin, ihre Laudatio: „Yo-Yo, thank you for the music!“