Ein Mitarbeiter der Filiale in Eisenstadt hat systematisch alle internen Kontrollsysteme überlistet und Kundengelder veruntreut. Die Bank hat den langjährigen Angestellte fristlos entlassen und angezeigt.
Wien. Ein Mitarbeiter der Oberbank hat offenbar Kundengelder veruntreut. Das hat die börsenotierte Bank am Dienstag bekannt gegeben. Die Malversation sei in der Vorwoche entdeckt worden. Der Mitarbeiter in der Filiale Eisenstadt sei sofort fristlos entlassen und angezeigt worden. Es soll sich bei ihm um einen langjährigen Angestellten der Oberbank handeln. Er habe „in hohem Ausmaß das Vertrauen der Bank und der Kunden genossen“, sagte Oberbank-Chef Franz Gasselsberger.
Untersuchungen laufen noch
Dem Mitarbeiter sei es gelungen, systematisch alle Kontrollmechanismen auszutricksen. Wie er das geschafft habe, wird gerade untersucht. Der bislang entdeckte Schaden liegt im einstelligen Millionenbereich. Laut Gasselsberger ist allerdings sichergestellt, „dass die betroffenen Kunden keinen finanziellen Schaden erleiden“. Die Oberbank habe für derartige Schadensfälle eine Versicherung abgeschlossen. Daher bekämen die Kunden den Schaden vollständig ersetzt.
Auf das Jahresergebnis soll der Vorfall keine Auswirkungen haben. Die Oberbank hatte in den ersten neun Monaten 2010 den Vorsteuergewinn um 34 Prozent auf 92 Mio. Euro gesteigert. Um 14Prozent auf 84 Mio. Euro angehoben wurden auch die Risikovorsorgen für Kredite.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.12.2010)