Der Streit zwischen der niederösterreichischen Landesbank und der Aufsicht eskaliert. Das Institut kündigte an, eine allfällige Strafe der Aufsicht zu bekämpfen und vor das Höchstgericht zu ziehen.
St. pölten/Höll. Der Konflikt zwischen der Hypo Niederösterreich, die zu 100 Prozent dem Land gehört, und der Finanzmarktaufsicht (FMA) steuert einem Höhepunkt zu. Das Institut kündigte am Dienstag an, dass es eine allfällige Strafe der Aufsicht bekämpfen und vor das Höchstgericht ziehen werde. Dem Institut wird vorgeworfen, bei der Kreditvergabe über 800 Mio. Euro an eine irische Spezialgesellschaft die Großveranlagungsgrenze überschritten zu haben. Zusätzlich ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen das Management wegen des Verdachts auf Bilanzfälschung. Die Vorstände bestreiten die Vorwürfe. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Die Hypo braucht wegen der allfälligen FMA-Strafe von bis zu 56 Mio. Euro aber keine Kapitalerhöhung. Wegen der Pönale dürfte das Institut heuer aber nur eine schwarze Null schreiben.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.12.2010)