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Iran: Nach Beben Hunderte vermisst

(c) AP (Hamid Sadeghi)
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Vier Tote sind nach einem schweren Erdbeben der Stärke 6,5 nach Richter im gebirgigen Südosten des Iran geborgen. Viele Menschen werden nach wie vor vermisst. Das Epizentrum lag in der Nähe der Stadt Hosseinabad.

Teheran/Wien. Ein schweres Erdbeben der Stärke 6,5 nach Richter hat in der Nacht auf Dienstag im Südosten des Iran große Verwüstungen angerichtet. Nach offiziellen Angaben wurden bis Dienstagabend aus den Ruinen eingestürzter Häuser zwar nur vier Menschen tot geborgen – allerdings gelten mehrere hundert Menschen als vermisst und dürften unter den Trümmern liegen.

Mindestens drei Dörfer und zahlreiche Gebäude in der gebirgigen Provinz Kerman wurden zerstört, das Epizentrum lag in der Nähe der Stadt Hosseinabad, sagte der Gouverneur der Provinz, Ismael Najar, gegenüber der Nachrichtenagentur „Mehr“. Die Gegend selbst ist eher dünn besiedelt. Iranische Experten berichteten am Dienstag von mehr als 22 leichteren Nachbeben.

Für die Rettungsmannschaften ist es schwer, in das großteils unwegsame Gelände vorzudringen, wo die Menschen die unberechenbare Naturgewalt stets fürchten müssen: Im Dezember 2003 kamen bei dem schwersten Erdbeben dieses Jahrhunderts im Iran rund 30.000 Menschen ums Leben. Die historische Stadt Bam und mehrere umliegende Orte der Region Kerman wurden damals weitgehend zerstört.

 

Platten prallen aufeinander

Der Iran gehört zu einer der geologisch unruhigsten Zonen der Welt, weil hier Kontinentalplatten frontal aufeinanderprallen und nicht allmählich, wenn auch ruckartig untereinandergeschoben werden wie etwa bei den Erdbewegungen rund um den Pazifik. So werden Spannungen aufgebaut, die sich erst nach Jahren in umso stärkeren Beben entladen.

Besonders geologisch aktiv im Großraum Iran sind die Regionen am Südwestrand des Zagrosgebirges von der Grenze zum Irak bis zum Persischen Golf, die Südküste des Kaspischen Meeres, aber eben auch die gebirgige Region rund um die Städte Bam und Kerman.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.12.2010)