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Digitales Amt

Viele Wege zur ID-Austria und dem digitalen Führerschein

DIGITALER FUeHRERSCHEIN
APA/HANS KLAUS TECHT
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Österreich soll im 21. Jahrhundert ankommen. Die Handy-Signatur hat bereits ein Ablaufdatum und soll von der ID-Austria abgelöst werden. Mit dem digitalen Führerschein wird der Umstieg zwingend. Und, wie man sich noch den Weg zur Behörde sparen kann. Eine Anleitung.

Am Mittwoch wurde von Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) gemeinsam mit Digitalstaatssekretär Florian Tursky (ÖVP) der digitale Führerschein vorgestellt. Innerhalb von 24 Stunden wurden bereits 32.000 Anmeldungen registriert. Das brachte das Bundesrechenzentrum mit seinen Servern gehörig ins Schwitzen. Kurzfristig so sehr, dass gar nichts mehr ging und zusätzliche Server-Kapazitäten freigeschaufelt werden mussten. In der Zwischenzeit erhielten zahlreiche Nutzer Fehlermeldungen und mussten es nochmal versuchen. Mittlerweile funktioniert der Dienst reibungslos. Doch wie kommt man zum digitalen Führerschein auf sein Smartphone?

Der erste Schritt ist der Umstieg von der Handy-Signatur zur ID-Austria. Und hier gibt es mehrere Wege.

Der einfache Weg

Besitzer der Handy-Signatur dürfen sich freuen, aber nur wenn diese über Finanz-Online oder direkt auf einer Behörde bzw. einem Magistrat registriert wurde. Dann muss im ersten Schritt die App (iOS/Android) "Digitales Amt" installiert werden.

Technische Grundvoraussetzung: Ein Smartphone mit Fingerprint-Sensor bzw. einer Gesichtserkennung (Face ID bei Apple). Außerdem ist es im Anmeldeprozess notwendig ein zweites Gerät offen vor sich zu haben. Am besten den Laptop. Zudem sollte der Reisepass/Personalausweis griffbereit sein, da die Anmeldung mit der Eingabe der Nummer des selben verifiziert wird.

Denn um sich anmelden zu können, muss aus Sicherheitsgründen dies auf einem Zweitgerät erfolgen. Auf diesem muss die Webseite www.handysignatur.at/digitales-amt geöffnet werden. Das Anmelden funktioniert über die Handy-Signatur-Zugangsdaten (Telefonnummer und selbstgewähltes Passwort oder Benutzername und Telefonnummer) Mit dem Handy kann nun direkt in der App der dort angezeigte QR-Code gescannt werden.

Nun geht es auf dem Smartphone weiter. Nach dem Einscannen des QR-Codes muss der Zugriff auf die Gesichtserkennung oder Fingerabdruck zugelassen werden.

Abschließend sollte der App ebenfalls die Zustimmung erteilt werden, wichtige Mitteilungen zu senden. Das hat auch den Sinn, dass einer der Hauptzwecke - der Reisepass-Reminder - überhaupt zugestellt werden kann.


Der aufwändigere Weg

Wurde die Handy-Signatur über die Post oder über einen A1-Shop im Zuge des Grünen Passes aktiviert, beginnt die digitale Reise mit einem Weg zu einer Behörde. Hier gibt es mehrere Optionen. Angefangen von Magistrat/Passbehörden, beim Finanzamt, und in Gemeinden bis hin zu österreichischen Botschaften im Ausland. Für jedes Bundesland wurden die entsprechenden Anlaufstellen auf österreich.gv.at aufgelistet. Es ist empfehlenswert online einen Termin zu vereinbaren.

Was muss ich mitnehmen?

Neben der bestehenden Handy-Signatur sollte bereits die ID Austria bzw. die App Digitales Amt bereits auf dem Handy installiert sein. Das hilft, sollten sich direkt bei der Registrierung Fragen ergeben.

Zudem benötigt: Ein amtlicher Lichtbildausweis (Reisepass, Personalausweis oder Führerschein)
Ein aktuelles Passfoto, das nicht älter als sechs Monate sein darf und den gängigen Kriterien für ein Passfoto entsprechen muss.

Warum der Weg zur Behörde?

Im Gegensatz zu einer Registrierung über Finanz Online muss hier noch die Identität behördlich nachgewiesen werden. Immerhin werden hier sensible Daten miteinander verknüpft - wie in weiterer Folge auch der Führerschein. Ziel ist es, alle Ausweise künftig darüber gesammelt an einem Ort digital zu haben.

Behördenweg sparen

Wer nicht zur Behörde will, oder gar kein aktuelles Passfoto zuhause hat, kann derzeit noch über FinanzOnline die Handy-Signatur beantragen. Wie das geht, lesen Sie hier. Die alte wird damit automatisch gelöscht. Um sicher zu gehen, kann die alte Signatur telefonisch widerrufen werden.


Der Weg zum digitalen Führerschein

Den Führerschein bei einer Polizeikontrolle nicht vorzeigen zu können, weil man die Brieftasche zuhause hat liegen lassen, kann teuer werden. Damit kann der digitale Führerschein am Handy bares Geld sparen. Mitführen sollte man ihn trotzdem bei sich, vor allem bei Auslandsreisen, denn vorerst gilt der digitale Führerschein nur im Land.

Technische Voraussetzung: Die App „eAusweis" ist ab sofort für Android im Google Play Store ab Version 8 und für iOS im App Store ab Version 13 verfügbar.

Wie sehe ich, welche Software-Version auf meinem Handy ist?

Apple: In den Einstellungen unter Allgemein findet sich der Punkt Info. Hier wird direkt im zweiten Punkt die aktuell installierte Version angezeigt.

Android: Der schnellste Weg führt über die Suchleiste (Lupe) in den Einstellungen zur aktuellen Android-Version. Meist findet sich diese Information unter Telefoninfo unter Software-Informationen.

Schlechte Nachrichten für Freunde des Papier-Führerscheins: Voraussetzung für die digitale Variante ist der Führerschein im Scheckkarten-Format, also die Plastikkarte.

Zwar gelten die rosa Hefterl grundsätzlich noch bis 19. Jänner 2033. Wer aber seine Lenkberechtigung auch am Handy haben möchte, muss sich davon verabschieden und Kosten von 50 Euro miteinberechnen.

Innerhalb von fünf bis zehn Tagen (nach Einzahlung) wird der neue Führerschein postalisch zugestellt.

Sobald dies erledigt ist, muss nur noch die App "eAusweise" installiert werden. Diese ist für iOS- und Android-Geräte in den jeweiligen App-Stores kostenlos verfügbar.

Nach der Installation müssen die Nutzungsbedingungen akzeptiert werden. Nach einem kurzen Durchklicken der Funktionen erscheint ein Bildschirm zur Bestätigung der Identität. Dabei "Ich nutze Digitales Amt" auswählen, dann "Digitales Amt" App öffnen. Daraufhin werden per Gesichtserkennung oder hinterlegtem Fingerabdruck die beiden Apps miteinander verbunden. Zu guter Letzt wird dann noch gefragt, ob die Anwendung mit derselben Art geschützt werden darf, wie "Digitales Amt". Dann muss nur noch der Führerschein durch ein paar bestätigende Klicks hinzugefügt werden. Der Ausweis muss dafür nicht griffbereit sein, das passiert automatisch durch die hinterlegten Daten.

Ob alles geklappt hat, kann einfach überprüft werden: unter Ausweise wird dann angezeigt, dass eine Aktualisierung gab. Bei Details wird dann der Führerschein angezeigt.

Die Startseite der App ist danach sehr simpel gehalten. Gleich als erstes wird die Option einer Führerscheinkontrolle im Zuge einer Verkehrskontrolle angegeben. Klickt man darauf, wird ein QR-Code angezeigt, der vorzuweisen ist. Die Polizei wurde entsprechend mit Smartphones ausgestattet, um diese scannen zu können.