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Analyse

Vier Szenarien für den Iran

Aufstand gegen das theokratische Regime. Eine Frau in Teheran verbrennt ihr Kopftuch.
Aufstand gegen das theokratische Regime. Eine Frau in Teheran verbrennt ihr Kopftuch.IMAGO/ZUMA Wire
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Irans Regime bekommt die Proteste nicht unter Kontrolle. Rettet es sich mit massiver Gewalt oder bricht es zusammen? Und welche Rolle spielen die Revolutionsgarden?

Molotowcocktails explodieren auf den Straßen, Schülerinnen nehmen ihre Kopftücher ab, Studentinnen und Studenten demonstrieren Hand in Hand: Seit fünf Wochen rollt eine massive Protestwelle durch den Iran. Zudem hat die EU nun neue Sanktionen gegen mehrere Personen aus dem iranischen Regime verhängt. Grund dafür ist die Lieferung iranischer Kamikaze-Drohnen an Russland, die in der Ukraine zum Einsatz kommen – etwas, das Teheran bestreitet.

Österreicher in Haft

Am Mittwoch nahmen die Sicherheitskräfte des Iran auch einen österreichischen Staatsbürger fest. Sie werfen der Person ein Delikt vor, „das nicht in Zusammenhang mit den seit dem Tod von Mahsa Amini anhaltenden Demonstrationen stehen soll“, heißt es im Außenamt gegenüber der „Presse“. Das Ministerium dränge Irans Behörden auf Klärung der Umstände, die zu der Verhaftung führten.

Irans Regime bekommt den Aufstand nicht in den Griff. Die Bewegung wird besonders von jungen Frauen getragen, nährt sich aus allen sozialen Schichten und ethnischen Gruppen. Es gibt keine zentrale Führung, die vom Regime ausgeschaltet werden könnte.

Für die Zukunft zeichnen sich mehrere Szenarien ab:

Massive Gewalt

Bei den letzten schweren Protesten im Jahr 2019 setzte das Regime auf massive Gewalt und tötete innerhalb von zwei Wochen bis zu 1500 Menschen. Diesen Weg könnte es auch nun beschreiten.