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Emotionen

Auch ein aufgesetztes Lächeln macht glücklich

Dieses Lächeln halten wir für echt: Eine Besucherin des "Milchshake-Festivals" in Amsterdam.(c) IMAGO/ANP (IMAGO/Eva Plevier)
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Was manche Forscher vermutet haben, scheint nun durch ein variantenreiches Experiment tatsächlich bewiesen. Philosophen haben es freilich schon längst gewusst.

Ich bin froh, also lächle ich. Ich bin wütend, deshalb runzle ich die Stirn. Aber wie, wenn es umgekehrt wäre? Wenn wir, indem wir Muskeln in unserem Gesicht bewegen, Gefühle verstärken oder erst auslösen? Diesen Verdacht hegen Wissenschaftler schon seit fast 100 Jahren. Er ist so verblüffend wie berauschend: Wir wären dann, bis zu einem gewissen Grad, Herr über unsere Affekte – also gerade jenen Teil unserer Psyche, dem wir nach landläufiger Meinung besonders machtlos ausgesetzt sind.

Aber ach, die Ergebnisse der Studien widersprechen sich. Vielleicht, weil immer das herauskommt, woran die Autoren glauben? Löblicherweise haben sich nun 50 Forscher zusammengetan, Anhänger wie Gegner der Theorie. Sie tüftelten unter Leitung von Nicholas Coles in Stanford ein facettenreiches Experiment aus, vor dessen Ausgang sich alle beugen sollen (Nature Human Behaviour, 20. 10.).

In 19 Ländern weltweit ließ die Gruppe rund 3900 Probanden zahllose Lächeln aufsetzen: Sie sollten ihre Mundwinkel in Richtung Ohren ziehen, das Lächeln von Schauspielern auf Fotos nachmachen oder – der Klassiker – einen Bleistift so zwischen den Zähnen halten, dass die Lippen ihn nicht berühren. Damit zumindest manche von ihnen nicht mitkriegten, worum es in der Studie geht, fügte man andere kleine Turnübungen und Rechenaufgaben hinzu.