US-Justiz reicht Klage gegen Wirtschaftsprüfer ein

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ErnstReuters/LUCAS JACKSON
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Die New Yorker Justizbehörden haben das angekündigte Verfahren gegen Ernst & Young eingeleitet. Sie werfen den Wirtschaftsprüfern Bilanzfälschung im Zusammenhang mit der Lehman-Pleite vor.

Im Zusammenhang mit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers haben die New Yorker Justizbehörden ein Verfahren gegen die Wirtschaftsprüfungsfirma Ernst & Young eingeleitet. Der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, reichte nach Angaben vom Dienstag eine Zivilklage gegen die Firma ein. Er wirft Ernst & Young vor, durch Bilanzfälschungen die Schulden der Bank vertuscht zu haben.

In der Klage heißt es, Ernst & Young habe in den Bilanzen von Lehman Brothers "heimlich Dutzende Milliarden Dollar" an Kreditbürgschaften herausgenommen, "um die breite Öffentlichkeit über Lehmans wahre Liquidität zu täuschen". Der Betrug habe bereits im Jahr 2001 begonnen, sieben Jahre vor der Lehman-Pleite.

Klage soll geflossene Honorare zurückholen

In diesem Zeitraum habe die Unternehmensberatung eine Methode namens "Repo 105" verwendet, nach der eine andere Finanzinstitution faule Finanztitel übernimmt, damit der ursprüngliche Inhaber der Titel seine Quartalsbilanz bereinigen kann. Cuomo zufolge übernahmen europäische Banken solche faulen Titel für einige Tage gegen Bezahlung.

"Eine Unternehmensberatung mit Weltruf, die mit der Überprüfung der Finanztransaktionen von Lehman beauftragt war, hat dabei geholfen, wichtige Informationen zu vertuschen", erklärte der Staatsanwalt. Die Klage solle dazu führen, alle Honorare, die Ernst & Young für die Arbeit zugunsten von Lehman Brothers erhielt, zurückzuholen.

Auch britische Finanzbehörde soll Klage prüfen

Der Zusammenbruch von Lehman Brothers im September 2008 hatte eine weltweite Finanzkrise ausgelöst. Als Lehman Insolvenz anmelden musste, hatte das Finanzinstitut nach eigenen Angaben 613 Milliarden Dollar (466 Milliarden Euro) Schulden. In den Jahren zuvor hatte die Bank aber nur rund 100 Millionen Dollar Schulden gemeldet.

Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" prüft auch die britische Finanzregulierungsbehörde ein Verfahren gegen Ernst & Young.

(Ag.)

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