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"Wir haben so ziemlich die geringste Mordrate"

haben ziemlich geringste Mordrate
(c) APA/RUBRA (RUBRA)
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In Österreich werden jährlich etwa 50 Morde verübt. Beziehungskonflikte innerhalb von Familien und in Partnerschaften sind die häufigsten Ursachen.

42 Menschen sind laut Ernst Geiger vom Bundeskriminalamt (BK) in den ersten drei Quartalen des Jahres 2010 in Österreich ermordet worden. In 85 Fällen blieb es beim Versuch. Ab Oktober kamen gemäß APA-Archiv fünf weitere Tötungsdelikte hinzu. Die Aufklärungsquote bei Morddelikten liegt derzeit bei 94,5 Prozent und entspricht dem alljährlichen Durchschnitt. Mit 18 Morden (bis einschließlich 20. Dezember) fanden in Wien die meisten, aber auch komplexesten Fälle statt.

Beziehungstaten innerhalb der Familie und Partnerschaften machen bei weitem das Gros der Fälle aus, erklärte Geiger. Eifersucht, Trennungen, Streit zwischen Ex-Partnern und Konflikte unter Alkoholeinfluss seien die häufigsten Ursachen. Auch zu erweiterten Selbstmorden älterer Paare komme es immer wieder.

"Wir haben so ziemlich die geringste Mordrate gegenüber allen vergleichbaren Ländern in Europa", betonte Geiger. "Was wir vor allem nicht haben, sind Auseinandersetzungen krimineller Gruppen und Jugendgangs sowie Amokläufe. Wir haben auch sehr wenige Sexualmorde - wenn man es beispielsweise mit Deutschland vergleicht."

Mordkriminalität gesunken


Seit etwa 2000 werden in Österreich jährlich etwa 50 Morde verübt: "Das war nicht immer so, früher hatten wir mehr Fälle", erklärte Geiger. "Generell kann man sagen, dass die Mordkriminalität im Gegensatz zur Einbruchskriminalität gesunken ist." In den 80er und 90er Jahren gab es allein in der Bundeshauptstadt um die 50 Morde, österreichweit waren es damals 70 bis 80 Fälle.

Die Gründe für die Abnahme: "Das Gewaltschutzgesetz, das Instrumentarium der Wegweisung, womit viele innerfamiliäre Taten verhindert werden konnten", erklärte Geiger. Bei Raubmorden führten Präventivmaßnahmen, wie die Aufforderung keinen Widerstand zu leisten, zu Rückgängen. 

(APA)