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Streamingtipps

Filme: Diese Mädchen halten sich nicht an die Regeln

Die Serienmacherin Lena Dunham („Girls“) hat einen Familienfilm gedreht – über ein unbotmäßiges junges Fräulein im Mittelalter. Fünf weitere Filme über selbstbewusste Mädels, die gegen eine männerdominierte Welt Sturm laufen.

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Catherine Called Birdy

Von Lena Dunham, 2022
Abrufbar auf Amazon Prime

Lena Dunham macht vieles – und Überraschungen ist man von der provokanten Regisseurin, die auch schreibt, spielt und produziert, gewöhnt. Aber ein Familienfilm? Das hätten wohl die wenigsten erwartet. Und doch ist ihr neuer Streich mit dem deutschen Titel „Catherine, Lady wider Willen“ genau das: Eine Komödie, die (größere) Kinder und Eltern gemeinsam (und mit dem größten Vergnügen) schauen können.
Wir befinden uns im Jahr 1290: Ein Adeliger, der viel zu viel Geld für Firlefanz ausgegeben hat, sucht nach einer Einnahmequelle.

Passenderweise ist seine Tochter beinahe im gebärfähigen Alter. Doch sie ist gewitzt, diese 14-Jährige – und schreckt Freier mit wilden Tänzen und unappetitlichen Anekdoten ab. Bis dem Vater der feine Kragen platzt.
Bella Ramsey, die als kindliche Kämpferin in „Game of Thrones“ begeisterte, legt den selbstbewussten Zorn der heutigen Jugend in die Rolle. Die modernen Elemente des Films spießen sich dabei nicht mit den vielen historisch glaubwürdigen Details.

Und schon denkt man sich: Es muss sie natürlich gegeben haben, diese wilden Mädchen, die im Schlamm spielten, ihre Brüder beneideten und die sich nicht in die Hierarchien der Erwachsenen eingliedern wollten. Auch im Mittelalter. (rovi)

Mustang

Von Deniz Gamze Ergüven, 2015
Zu sehen auf Mubi

Im kleinen Dorf an der türkischen Schwarzmeerküste scheint die Sonne, und fünf Schwestern spielen unbekümmert mit ein paar Buben am Strand. Ein Idyll? Nicht für die erweiterte Verwandtschaft der Mädchen, die hart durchgreift, als sie von der „Unzucht“ erfährt: Der Onkel schickt sie umgehend zum Jungfernschaftstest. Und verwandelt das lichte, geräumige Haus in ein Gefängnis – sowie in eine „Brautfabrik“. Statt Schul- gibt es nur noch Kochunterricht, von Omas und Tanten, die den provinziellen, patriarchalen Traditionen Treue halten. Die eingangs leichtfüßige Atmosphäre schlägt zusehends ins Klaustrophobische um. Doch der Widerstandsgeist erlischt nicht – bis zum illusionslosen, aber hoffnungsvollen Finale. (and)

Moxie

Von Amy Poehler, 2020
Zu sehen auf Netflix

Auch im Altmodischen kann eine Kraft liegen: Das ist eine der Botschaften der für Mütter wie Töchter (und wohl auch Väter und Söhne) mitreißenden Rebellionskomödie von Amy Poehler, bekannt aus „Parks and Recreation“. „Moxie“, so der Titel, ist ein aus der Mode gekommener amerikanischer Begriff für Tatkraft und Mumm, und solchen bringt Mauerblümchen Vivian auf, als sie nach einer Antwort auf die übergriffigen Kollegen und diskriminierenden Dresscodes an ihrer Schule sucht. Inspiriert von der einstigen feministischen Protestkultur ihrer Mutter (Poehler) legt sie am Schulklo ein selbstgebasteltes Magazin wie aus den 90ern auf – und zettelt eine kleine Revolution an. Riot-Grrrl-Sounds inklusive. (kanu)

The Nightingale

Von Jennifer Kent, 2020
Zu sehen auf Amazon Prime

Tasmanien, 1825: Die junge Irin Clare (Aisling Franciosi) arbeitet als Bedienstete für die britische Kolonialmacht. Als Sträfling hat sie kaum Rechte, hofft aber darauf. Stattdessen wird sie von englischen Offizieren vergewaltigt, die im Rausch auch ihr Baby ermorden. Nein, zimperlich ist die australische Regisseurin Jennifer Kent nicht – das zeigte schon ihr starkes Horror-Debüt „The Babadook“. In ihrem Zweitling, einem blutigen Neo-Western, bedeutet das aber auch: Clare steht wieder auf. Und schlägt zurück. Mit voller, unerbittlicher Wucht – und der Unterstützung eines Aborigines namens Billy (Baykali Ganambarr). Genre-Spannung und feministische Sozialkritik reiten hier Hand in Hand. (and)

Lingui: The Sacred Bonds

Von Mahamat-Saleh Haroun, 2021
Abrufbar auf Amazon Prime und Mubi

Die Abtreibungsdebatte tobt nicht nur in Europa und den USA. Davon zeugt auch dieses 2021 in Cannes gezeigte Drama, das weibliche Solidarität im Angesicht religiöser Unterdrückung in den Fokus nimmt: Eine im Tschad lebende Frau erfährt, dass ihre eigenwillige 15-jährige Tochter schwanger ist und abtreiben will, der Vater absentiert sich. Zunächst will sich die alleinerziehende Mutter den muslimischen, von Männern bestimmten Konventionen ihres Umfelds beugen. Doch langsam ändert sie ihre Einstellung – und begibt sich auf die Suche nach Mitstreiterinnen für den Kampf um Selbstbestimmung. (and)

Tausendschönchen

Von Věra Chytilová, 1966
Zu sehen auf La cinetek (ab €2,99)

Einfach machen, was man will: Auch das ist eine Form feministischer Rebellion. Regisseurin Věra Chytilová verlieh ihr in diesem kunterbunten Klassiker der tschechischen Avantgarde freudig burlesken Ausdruck: Das kindische Geblödel der beiden Hauptfiguren Marie 1 (Jitka Cerhová) und Marie 2 (Ivana Karbanová) reichte dereinst, um zu provozieren.

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