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Die goldene Maske über Kopf und Schultern des Pharao prägt die Vorstellung vom alten Ägypten bis heute.
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Geschichte

Grabmal des Tutanchamun: Ein Gesicht für die Ewigkeit

Wie kann es sein, dass das Grab eines jugendlichen Königs in den Fokus des weltweiten Interesses rückt? Vor 100 Jahren entdeckte Howard Carter das Grabmal des Tutanchamun. Der Pharao mit der Goldmaske wurde eine Mediensensation.

Schier unendlich war die Geduld des erfahrenen englischen Archäologen Howard Carter. Sein Lebenstraum war, in Ägypten eine einzigartige Entdeckung zu machen. Zwölf Jahre hatte er zusehen müssen, wie ein betuchter amerikanischer Schatzgräber, Theodore Davis, die offizielle Grabungserlaubnis im Tal der Könige hatte. Wollte der für den Rest seines Lebens hier graben? Nein, er zog sich zurück, weil er glaubte, hier sei nichts mehr zu finden. Dann kamen der Erste Weltkrieg und mit ihm weitere Verzögerungen. Dann die Inflation, die die Finanzkraft von Carters Geldgeber, Lord Carnarvon, schwächte. Jahre der Enttäuschung, Carter war jetzt 43.

Bei seiner sechsten und voraussichtlich letzten Grabungssaison lastete ein enormer Druck auf ihm. Am 4. November 1922 notierte er: „Eingang zu einem Grab“, „Fundnummer 433“. Das klingt lakonisch, doch Carter war bereits im Fieber. Unter einer dicken Schicht Geröll stieß er auf einen vermauerten Türeingang, musste ihn wieder zuschütten lassen und zuerst den Londoner Financier verständigen, damit der mit seiner Tochter dem erhabenen Moment der Öffnung beiwohnen konnte. Alle begannen schon, ihm zu gratulieren.

Erst drei Wochen später, am 26. November, wurde der Zugang noch einmal freigelegt. Für ein Königsgrab schien alles zu klein dimensioniert, war es nur ein Depot? Aber auf dem Mörtel waren die Siegel von Tutanchamun zu erkennen. Carters Hände begannen zu zittern. Aus Sorge um den Schutz seines Fundes verbrachte er die Nacht im Tal der Könige.