Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Premium
Interview

Demografieexperte Münz: „Eine wachsende Mehrheit der Jungen hat keine Geldsorgen“

„Es ist derzeit politisch schwer zu vermitteln, dass wir gezielt ausgebildete Arbeitskräfte anwerben müssten“, sagt der Bevölkerungsexperte Rainer Münz.
„Es ist derzeit politisch schwer zu vermitteln, dass wir gezielt ausgebildete Arbeitskräfte anwerben müssten“, sagt der Bevölkerungsexperte Rainer Münz.Die Presse/Clemens Fabry
  • Drucken

Wer soll in der alternden Gesellschaft unsere Arbeit machen? Zusätzlich Ältere, Frauen und Migranten, sagt Demografieexperte Rainer Münz. Über Potenziale auf dem Arbeitsmarkt.

Die Presse: Herr Münz, die Babyboomer gehen sukzessive in Pension, die jüngeren Alterskohorten sind schwächer besetzt, die Gesellschaft altert. Wer soll künftig unsere Arbeit machen?

Rainer Münz:
Zum Glück sind ja noch nicht alle Babyboomer in Pension. Die erste und einfachste Lösung ist, dass die Babyboomer, vor allem die qualifizierteren unter ihnen, etwas länger berufstätig bleiben. Es gehören alle Regelungen eingeschränkt, die einen Anreiz schaffen, vorzeitig in Pension zu gehen. Das gilt insbesondere für die geblockte Altersteilzeit. Denn die verringert trotz Arbeitskräftemangels die Zahl verfügbarer Arbeitskräfte – finanziert aus öffentlichen Mitteln. Es geht dabei nicht um Menschen, die ihr Leben lang Nacht- und Schwerarbeit geleistet haben. Sondern um jene Älteren, die weniger anstrengende, besser qualifizierte Jobs haben und diese auch noch ein paar Jahre länger machen könnten.


Sie appellieren auch an die Fairness: Die Babyboomer würden nun von jenen Regelungen zur Frühpension profitieren, die seinerzeit geschaffen wurden, um ihnen den Einstieg ins Arbeitsleben zu erleichtern.