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Interview

Und wenn der Winter kalt wird? „Dann werden wir im Frühjahr leere Regale haben"

Frutura baut in seinen 26 Hektar großen Gewächshäusern ganzjährig Obst und Gemüse an.Katharina F.-Roßboth
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Frutura baut in seinen 26 Hektar großen Gewächshäusern ganzjährig Obst und Gemüse an. Mit der „Presse“ spricht Frutura-Chef Manfred Hohensinner über mögliche Versorgungsengpässe, falsche Vorstellungen von Landwirtschaft und die Auswirkungen des Klimawandels auf die heimische Produktion.

Sie sind einer der größten industriellen Landwirtschaftsbetriebe in Österreich. Muss man sich Sorgen um die Versorgungssicherheit machen?

Wir würden uns nicht als industriellen Landwirtschaftsbetrieb bezeichnen. Wenn man verstehen will, was industrielle Landwirtschaft wirklich heißt, muss man ins Ausland schauen, wo ohne Rücksicht auf die Natur riesige Ackerflächen mit Glyphosat und anderen synthetischen Düngern vollgepumpt werden, um die Erträge zu sichern bzw. zu steigern. Sowas gibt es bei uns nicht. Aber ja, wir brauchen gewisse technische Hilfsmittel, um nachhaltig Lebensmittel produzieren zu können. In unserem Fall sind das mit Geothermie beheizte Gewächshäuser. So können wir Fruchtgemüse, wie Tomaten, in größeren Mengen auch in der kalten Jahreszeit anbauen, was sonst bei uns im Freiland nicht möglich wäre.

In Ihren thermalbeheizten Gewächshäusern können Sie weitgehend witterungsunabhängig produzieren. Haben andere heimische Betriebe hier den Anschluss verpasst?

Mich ärgert, dass viele durch das jahrzehntelange Marketing noch immer meinen, wir hätten in Österreich eine Art „Heidi-Landwirtschaft“. Viele Menschen haben ein völlig falsches Bild im Kopf und glauben, alles wächst auf unseren Feldern und wir müssen nichts importieren. Das ist Schwachsinn. Natürlich brauchen wir auch unsere kleinstrukturierten Bergbauern, die alleine wegen der Vegetation gar nichts anderes produzieren können als Fleisch und Milch. Da müssen wir schauen, dass wir das erhalten. Ohne Rinder oder Schafe würden etwa unsere Almen verwalden. Die Alternative wären Massenproduktionen in Gunstgebieten mit noch größeren Schweine- und Rindermastbetrieben, gepaart mit Monokulturen wie Mais.

Wäre das so schlecht?