Bei der Neuwahl am Dienstag entscheiden die Israelis über eine Rückkehr Netanjahus an die Macht – mit Folgen für das Land und die internationale Politik.
Tel Aviv. Ein gutes Jahr nur hielt die bunte Links-Mitte-Rechts-Regierung durch, bis sie an inneren Widersprüchen zerbrach. Doch nun ist es am Dienstag erneut so weit: Israel wählt ein Parlament – zum fünften Mal in dreieinhalb Jahren. Auch die nächste Wahl verspricht keinen einfachen Ausweg aus dem Kreislauf von Koalitionsverhandlungen, Kurzzeitregierungen und Neuwahlen: Laut Umfragen könnten auch dieses Mal beide rivalisierende Parteienblöcke eine Mehrheit verfehlen.
Näher an die magische 61-Mandats-Marke, die die Koalitionsbildung erfordert, kommt das rechts-religiöse Lager unter der Führung des Ex-Premiers Benjamin Netanjahu. Umfragen versprechen diesem Block bis zu 60 Mandate, während die aktuelle Koalition unter der Führung Yair Lapids nur auf 56 Sitze hoffen darf. Dazu kommen derzeit vier Parteien auf nur vier Mandate – und sie alle gehören dem Anti-Netanjahu-Block an. Sollte nur eine von ihnen den Sprung über die 3,25-Prozent-Hürde ins Parlament verfehlen, profitierte das rechte Lager.