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Bananen sind für 450 Millionen Menschen wichtiger Teil ihrer Ernährung.
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Reportage aus Ecuador

Klimawandel: Das langsame Ende der Banane

Auf den Bananenplantagen von Südamerika breitet sich ein aggressiver Pilz aus, der die Böden nachhaltig unfruchtbar macht. Eine Reportage aus Ecuador über die Folgen des Klimawandels und riesiger Monokulturen. Und warum immer mehr Produzenten aus Angst vor Gewalt alles hinschmeißen.

Die Zeiten, als man sich noch etwas Geld zur Seite legen konnte, sind vorbei“, sagt Maria Orozco. Seit vielen Jahren lebt die 64-Jährige von der Bananenproduktion. Über viele Jahre war sie eine von Dutzenden Hilfskräften auf einer großen Plantage, vor zwölf Jahren leistete sie sich von ihrem mühsam Ersparten einen Hektar Land im Süden Ecuadors. Dort zog sie ihre eigene kleine Plantage hoch.

Die Geschäfte mit der krummen Frucht liefen lang gut. Bananen aus Ecuador waren ein Exportschlager. Abnehmer standen Schlange, entsprechend stabil waren auch die Preise. Für das kleine Land, das vom Pazifik und den Bergen der Anden umrahmt wird, ist die krumme gelbe Frucht neben Erdöl das wichtigste Exportgut. Für viele in der Region ist die Bananenproduktion die einzige Einkommensquelle. Der Sektor schafft rund 300.000 Arbeitsplätze, in keiner anderen Branche sind in dem 18-Millionen-Einwohner-Land mehr Menschen beschäftigt. Die meisten Produzenten sind Klein- und Mittelbetriebe, die an Riesen wie Chiquita, Dole oder Tesco liefern.

Milliardenindustrie. Mit einem Exportwert von rund sieben Milliarden US-Dollar ist die Banane noch vor Kaffee und Kakao die am meisten durchindustrialisierte und globalisierte Frucht, die über die Weltmeere verschifft wird. Ecuador ist der größte Bananenexporteur der Welt: Rund jede vierte Banane kommt aus dem Pazifikstaat. Auch ein Großteil jener Bananen, die hierzulande in den Supermarktregalen landen. Die Handelsstatistik zwischen Ecuador und Österreich spricht Bände: Die Banane sorgt für 84 Prozent des gesamten Importvolumens aus dem Andenstaat.

Seit Ausbruch der Pandemie hat sich die Marktsituation deutlich verschlechtert. Und auch den Krieg in der Ukraine spüren die Produzenten. Die Ausgaben für Düngemittel und Transportkosten sind explodiert, wegen der eingebrochenen Nachfrage bleibe aktuell kaum noch etwas zum Leben übrig, erzählt Bananenbäuerin Orozco. Die Ernte im Sommer war gut, locker hätte sie pro Woche 1000 volle Kartons abliefern können. Aber die Abnehmer fehlten, nur ein Viertel konnte sie tatsächlich verkaufen. „So schwer wie im letzten halben Jahr war es noch nie.“