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Südkorea

151 Tote bei Massenpanik in Seoul, darunter ein Österreicher

APA/AFP/JUNG YEON-JE
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Die Katastrophe ereignete sich im Zuge eines Gedränges während Halloween-Feiern in einer engen Gasse in dem südkoreanischen Ausgehviertel Itaewon. Rund 82 Menschen wurden verletzt.

Bei einem Massengedränge anlässlich von Halloween-Feiern in Seoul sind mindestens 151 Menschen ums Leben gekommen. Weitere 82 Personen seien zudem bei dem Unglück verletzt worden, einige von ihnen schwer. Unter den Toten seien 19 Ausländer gewesen, darunter auch ein Österreicher. Die Katastrophe ereignete sich in der Nacht auf Sonntag als es zu einem Gedränge während Halloween-Feiern in einer engen Gasse in dem vielbesuchen Ausgehviertel Itaewon der Hauptstadt kam. Viele Menschen seien erdrückt worden. Weltweit reagierten Politiker wie etwa US-Präsident Joe Biden mit Bestürzung.

"Mit großer Bestürzung müssen wir den Tod eines österreichischen Staatsbürgers im Zuge der gestrigen Massenpanik in Seoul bestätigen", teilte das Außenministerium in Wien am Sonntag mit. Der Österreicher habe sich auf Besuch in der südkoreanischen Hauptstadt befunden. "Unsere Botschaft in Seoul ist mit den zuständigen Behörden und den Angehörigen in Österreich in Kontakt und wird sie bei allen weiteren Schritten unterstützen", hieß es weiter.

"Menschen waren wie in einem Grab geschichtet"

Zunächst hatte die Feuerwehr von dutzenden Menschen mit Herzstillstand gesprochen. Fotos und Videos zeigten Menschen, die am Boden lagen und von Rettungskräften betreut wurden. Nach Angaben der Feuerwehr waren mehr als 140 Rettungswagen vor Ort. Polizisten sperrten den Unglücksort in dem beliebten Ausgehviertel ab. Präsident Yoon Suk Yeol ordnete an, so schnell wie möglich Krankenhausbetten freizumachen.

Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap zitierte einen Augenzeugen, der anonym bleiben wollte. "Die Menschen waren wie in einem Grab übereinander geschichtet", beschrieb der Zeuge die Szenen. "Einige verloren allmählich das Bewusstsein, während andere zu diesem Zeitpunkt schon tot aussahen."

In einem Interview mit dem Lokalsender YTN beschrieb ein Arzt chaotische Szenen von der Tragödie. "Als ich zum ersten Mal Wiederbelebungsmaßnahmen versuchte, lagen zwei Opfer auf dem Gehsteig. Aber kurz darauf explodierte die Anzahl und übertraf die Anzahl der Ersthelfer vor Ort", sagte Lee. Viele Passanten seien zur Hilfe gekommen. Es sei schwer, die Geschehnisse in Worte zu fassen. "Die Gesichter so vieler Opfer waren blass. Ich konnte ihren Puls oder Atmung nicht fühlen und viele von ihnen hatten blutige Nasen. Als ich versuchte, sie wiederzubeleben, pumpte ich auch Blut aus ihrem Mund."

Weltweites Bestürzen

Die Tragödie rief weltweites Bestürzen hervor. US-Präsident Biden erklärte, die USA stünden in dieser tragischen Zeit "an der Seite" Südkoreas. "Wir trauern mit dem Volk der Republik Korea und wünschen allen Verletzten eine schnelle Genesung", schrieb der Demokrat im Internetdienst Twitter. Auch EU-Ratschef Charles Michel zeigte sich erschüttert und drückte sein tiefstes Mitgefühl den Familien und Freunden der Opfer des schrecklichen Unfalls, schrieb der Belgier am Samstag auf Twitter. Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) ließ ebenfalls via Twitter (im Original auf Englisch) wissen: "Ich bin gerade aus Südkorea zurückgekehrt und zutiefst schockiert über die tragische Massenpanik in #Seoul heute Abend. Meine Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer und allen, die bei der Massenpanik verletzt wurden."

Das aus den USA kommende Halloween-Fest wird eigentlich in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November gefeiert. Es geht auf einen keltischen Brauch zurück, wonach zum Beginn der dunklen Jahreszeit böse Geister vertrieben werden sollen.

(APA/Red.)