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Ausschreitungen

Heftige Halloween-Randale in Linz, neun Festnahmen

Ein Polizeieinsatz in der Linzer Innenstadt nachdem Jugendliche in der Halloween-Nacht auf Dienstag, 1. November 2022, auch mit pyrotechnischen Gegenständen für Unruhe gesorgt hatten.
Ein Polizeieinsatz in der Linzer Innenstadt nachdem Jugendliche in der Halloween-Nacht auf Dienstag, 1. November 2022, auch mit pyrotechnischen Gegenständen für Unruhe gesorgt hatten.APA/ KERSCHBAUMMAYR
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Rund 200 Personen warfen Pyrotechnik auf die Straßenbahnleitungen, sodass der Strom abgeschaltet wurde. Innenminister Karner kritisiert die Taten als Ausdruck „zutiefst antidemokratischer Einstellung“.

Die Halloween-Nacht ist in Österreich nicht überall friedlich verlaufen. So gab es 25 Verletzte durch Reizgas bei einer Party im Bezirk Amstetten. Schwere Ausschreitungen sah aber vor allem die Linzer Innenstadt, wo rund 200 überwiegend Jugendliche massiv randalierten. Laut Polizei haben sie u.a. mit pyrotechnischen Gegenständen auf die Oberleitungen der Straßenbahn geschossen, sodass der Strom abgeschaltet wurde. Neun Personen wurden festgenommen, zwei Polizisten verletzt.

Gegen 21 Uhr seien die ersten Notrufe bei der Polizei eingegangen. Eine große Personengruppe, die sich am Taubenmarkt in der Fußgängerzone getroffen habe, werfe unkontrolliert Böller auf Passanten. In weiterer Folge rückte ein Großaufgebot von rund 170 Polizistinnen und Polizisten aus, darunter auch Cobra-Einsatzkräfte sowie Beamte aus angrenzenden Bezirken. Die Stimmung sei angespannt und aggressiv gewesen, teilte die Landespolizeidirektion Dienstagvormittag mit. Mit zwei Sperrketten versuchten die Einsatzkräfte die Randalierer abzudrängen, dabei seien sie mit Böllern, Steinen und Glasflaschen beworfen worden.

Linz Linien schlagen Alarm

Nachdem einige der Jugendlichen auch Böller gegen Oberleitungen der Straßenbahn warfen, schlugen gegen 23 Uhr die Linz Linien wegen möglicherweise herabstürzender Leitungen Alarm. Dann bestehe Lebensgefahr für Fußgänger, woraufhin der Strom in den Oberleitungen abgestellt wurde. Erst ab 2 Uhr wurde der Betrieb der Straßenbahn in der Fußgängerzone wieder aufgenommen. Um 3 Uhr war der Großeinsatz der Polizei beendet. Insgesamt wurden 130 Identitätsfeststellungen durchgeführt, neun Personen u.a. wegen aggressiven Verhaltens festgenommen. Alle werden wegen des Verdachts der schweren gemeinschaftlichen Gewalt und wegen Ordnungsstörung angezeigt. Zwei Einsatzkräfte der Polizei wurden leicht verletzt.

Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ), der erst Mittwochnacht von einer Dienstreise aus Südkorea zurückkehrt, ließ ausrichten, dass es in Linz "Null Toleranz gegenüber Gewalttätigen" gebe, "egal welche Motive diese haben". Linz sei eine "sichere Stadt, in der Ausschreitungen keinen Platz haben". Zugleich bedankte er sich bei der Polizei, "die rasch, zuerst deeskalierend und zuletzt konsequent reagierte".

Innenminister verurteilt Taten scharf

Die FPÖ Oberösterreich, die in jenem Bundesland mit der Volkspartei regiert, nahm die nächtliche Randale von angeblich Jugendlichen mit Migrationshintergrund zum Anlass, die Bundes-ÖVP zu kritisieren. "Das ist die sichtbare Rechnung für die verfehlte und verschlafene Migrationspolitik von Bundeskanzler Nehammer und Innenminister Karner", meinte Landesparteisekretär Michael Gruber.

"Die Straftaten der vergangenen Nacht sind Ausdruck einer zutiefst antidemokratischen Einstellung zu unseren rechtsstaatlichen Werten und Haltungen", verurteilte Innenminister Gerhard Karner die Ausschreitung. Er habe Landespolizeidirektor Andreas Pilsl und Stadtpolizeikommandant Karl Pogutter beauftragt, einen Sicherheitsgipfel mit dem Linzer Bürgermeister einzuberufen, um "die Situation zu analysieren und die notwendigen Ableitungen zu treffen", so Karner. Ebenso wie Luger sprach er den Polizistinnen und Polizisten seinen Dank für deren "konsequentes Einschreiten" aus und wünschte den Verletzten "rasche Genesung".

Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) würdigte "den beherzten Einsatz" der Sicherheitskräfte. "So konnten die Randalierer in die Schranken gewiesen werden und der Bevölkerung Schutz gegeben werden." Gleichzeitig betonte er die Notwendigkeit, "die Strafen bei Übergriffen auf Polizistinnen und Polizisten zu verschärfen".

(APA)