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„Lächerliche“ Aufregung um Burschenschafter-Kappe

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(c) APA/HERBERT PFARRHOFER (HERBERT PFARRHOFER)
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Wiener Stadtrat Lasar verteidigt Straches Auftritt in Yad Vashem: Es sei um die „Herzl-Symbolik“ gegangen. Entscheidend sei, dass der Raum mit einer Kopfbedeckung, welcher auch immer, betreten werde.

Wien/Oli. „Lächerlich“ sei die Aufregung, sagt David Lasar, (jüdischer) FPÖ-Stadtrat in Wien und Mitorganisator der Reise seines Parteichefs Heinz-Christian Strache nach Israel. Strache hatte dort die Holocaust-Gedächtnisstätte in Yad Vashem mit einer Burschenschafter-Kappe auf dem Kopf – statt der üblichen Kippa – betreten, wie im Filmblog von „Kronen Zeitung“-Redakteur Claus Pandi auf Puls4 zu sehen war.

„Strache hat mich sogar noch gefragt, ob er die Kappe aufsetzen darf, da ja auch Theodor Herzl Burschenschafter war“, sagt Lasar. Es sei Strache nur um diese Symbolik gegangen. Er, Lasar, habe keine Einwände gehabt. Entscheidend sei, dass der Raum in Yad Vashem mit einer Kopfbedeckung, welcher auch immer, betreten werde.

Der Strache-Besuch Anfang Dezember hatte in Israel erstaunlich wenig Reaktionen hervorgerufen. Ebenso wenige wie nun der Besuch des israelischen Vizeministers Ayoob Kara (Likud) diese Woche bei Strache in Wien. Die beiden hatten gemeinsam eine Pressekonferenz gegeben, und Kara hatte das FPÖ-Programm als „koscher“ bezeichnet.

Der israelische Vizeminister für die Entwicklung des Negevs und Galiläa, der gar kein Jude ist, sondern Druse, dennoch die rechten jüdischen Siedler massiv unterstützt, hatte in Kärnten auch Landeshauptmann Gerhard Dörfler getroffen. Neben Gesprächen über eine wirtschaftliche Zusammenarbeit stand auch ein Ausflug auf den Magdalensberg, einem Ausflugsziel mit römischen Ausgrabungen, auf dem Programm.

„Es war wunderbar“, meint Lasar, der die freiheitlich-israelischen Treffen mit seinen Likud-Kontakten eingefädelt hatte. Kara sagte, er sei aus Dank für die FPÖ-Unterstützung in der Gaza-Flotten-Krise nach Österreich gekommen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.12.2010)

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