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Kunst als „Waffe“

Ukraine: Der Tod, das Mädchen und die Kunst

Zhanna Kadyrova, aus ihrer "Brot"-Serie. Steine aus den Karpaten.Natalka Diachenko
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Wien ist Drehscheibe für ukrainische Gegenwartskunst: Ein neues Wandbild und eine neue Ausstellung im BA Kunstforum untermauern das.

Kurz steigt man doch ab vom Fahrrad, am Weg durch die Pfeilgasse. Kurz wenden sich dort die Augen beim Biss in die Bio-Bosna doch nach oben. Prangt auf dem großen Mauerstück neben Wiens schickstem Würstelstand seit Dienstag schließlich das erste Wandbild des Projekts „The Wall“, das noch Berlin, Marseille, Genf und Ankara mit Ukraine-solidarischer Street-Art beglücken wird. Zumindest im Wiener Fall wurde es künstlerisch kein großer Wurf, auch wenn dafür zwei renommierte Künstler kooperierten – Nikita Kravtsov aus der Ukraine und jener Vincent Paronnaud, der zusammen mit Marjane Satrapi den Film „Persepolis“ zeichnete.

Zusammen schufen sie einen secessionistisch angehauchten Frauenkopf, aus dessen geschlossenen Augen ornamentale Tränenströme in Blau und Gelb fließen. Darunter ein Spruchband, das „Freedom – Unity – Hope“ beschwört. Und von zwei Kussmäulern gehalten wird: eins mit Vampir-Zähnen und Fledermausflügeln, eins mit Prachtgebiss und Engelsflügeln. Eine Hommage, laut Aussendung – an Gustav Klimt. Was stilistisch schlicht ein Missverständnis ist; zitiert der Frauenkopf, wenn schon, eine der Kolo-Moser-Illustrationen für „Ver Sacrum“.