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Energiekrise

Leute, das geht sich alles nicht mehr aus!

Kuschelpartner zur Steigerung der Laune.
Kuschelpartner zur Steigerung der Laune.Science Photo Library / picturedesk
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Ich habe investiert: in einen Holzofen im Wohnzimmer und Elektropaneele im Schlafzimmer. Ich werde mir noch wassersparende Duschköpfe besorgen, mit denen das Duschen dann gar keinen Spaß mehr machen wird – aber das macht der Blick auf die Gasrechnung auch nicht.

Gerade vorhin bin ich – anstatt zu arbeiten, wie immer – durch Twitter gesurft und bin dabei auf die Gas- und Stromrechnung gestoßen, die eine Userin gepostet hat. Voller Entsetzen, weil ihre Rechnung (beim gleichen Anbieter wie meinem) – die vorher mit meiner vergleichbar war – sich verdreifacht hat. Das ist wohl genau der Betrag, der auch mich bald erwartet. Also locker mindestens 400 Euro Mehrkosten. Pro Monat. Bereits in den vergangenen Jahren habe ich meine Wohnung nur noch zu zwei Dritteln und maximal auf 20 Grad geheizt, Vorzimmer und Küche blieben kalt. Ich habe auch investiert: in einen Holzofen im Wohnzimmer und Elektropaneele im Schlafzimmer, das die Wärme des Feuers im Wohnzimmer aus baulichen Gründen nicht erreichen kann. Ich werde mir noch wassersparende Duschköpfe besorgen, mit denen das Duschen dann gar keinen Spaß mehr machen wird – aber das macht der Blick auf die Gasrechnung auch nicht.

Viel mehr kann ich in meiner Mietwohnung in einem alten Zinshaus nicht machen. Selbst wenn mein hochgeschätzter Vermieter mithilfe einer Förderung die Einleitung von Fernwärme finanzieren kann, müsste ich als Mieterin für den Anschluss in meiner Wohnung immer noch einen fünfstelligen Betrag blechen (oder, besser gesagt: brennen. Ha, ha.). Aber man sieht: Ich bemühe mich, Gas zu sparen, und zwar nicht erst seit gestern.

 

Endlich nicht mehr im Dauerminus

Ich bin Single. Ich bin es nicht immer freiwillig, aber das Leben hat mir in den vergangenen Jahren keine Männer vor die Füße geworfen, für die ich bereit gewesen wäre, meine Unabhängigkeit aufzugeben. Nach einigen frustrierten Jahren und viel Therapie genieße ich dieses Singlesein inzwischen sehr. Klar wäre das alles sehr viel einfacher, hätte ich einen Partner, würde mit ihm zusammenleben, dann würde er die halben Miet- und Heizkosten zahlen. Nur, mich erinnert es in der wirtschaftlichen Notwendigkeit an frühere Zeiten, als aus ebendieser Notwendigkeit geheiratet wurde, damit die Frau „versorgt“ war. Außerdem jagt mir die Erinnerung an den Exfreund, der jede Supermarktrechnung abgerechnet haben wollte („Den Parmesan zahl ich halb, das Heidelbeerjoghurt aber nicht, das esse ich nicht.“), immer noch kalte Schauer über den Rücken.