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Feministische Ökologie

Ulrike Lunacek: "Frauen müssen sich noch viel erkämpfen"

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Obwohl Frauen in der gesamten EU tendenziell einen höheren Bildungsstand als Männer erreichen, bleibt ihre Teilhabe am Arbeitsmarkt deutlich niedriger als jene der Kollegen.

Frauen haben - nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie - mehr zu leisten als Männer. Das geht unter anderem aus einer Auswertung des Austrian Corona Panel Projekts hervor, das verschiedene Wellen der Pandemie umfasst und zeigt: Während Väter im Schnitt täglich drei Stunden mit Kinderbetreuung verbrachten, waren es bei Müttern sieben Stunden. Beim Durchschnitt der täglich aufgewendeten Zeit für Erwerbsarbeit verhalte es sich genau umgekehrt: Väter gingen knapp sieben Stunden täglich ihrer Erwerbsarbeit nach, bei Müttern waren es nur drei Stunden im Schnitt.

Neben dem Gender-Care-Gap spielt auch der Gender-Pay-Gap eine bedeutende Rolle, wenn es um die Gleichberechtigung von Männern und Frauen am Arbeitsplatz geht. Auch hier sind noch Missstände zu verzeichnen: Mit dem 30. Oktober wurde dieses Jahr der Equal Pay Day in Österreich berechnet. Jener Tag, an dem Vollzeit arbeitende Männer bereits das Jahreseinkommen von Vollzeit arbeitenden Frauen erreicht haben. „Ein trauriger Stichtag“, sagt Ulrike Lunacek, Mitherausgeberin des kürzlich erschienen Buches „Global Female Future“, das vor allem Kämpfe und Erfolge von Frauen im Globalen Süden aufzeigt. Er zeige jedes Jahr aufs Neue: „Die Arbeitsleistung von Frauen wird weltweit nicht nur schlechter bezahlt, sondern auch weniger wertgeschätzt als jene von Männern.“

Denn trotz des Umstandes, dass Frauen in der EU immer besser qualifiziert sind und tendenziell einen höheren Bildungsstand als Männer erreichen, bleibt ihre Teilhabe am Arbeitsmarkt erheblich niedriger als bei Männern. 2015 verfügten laut Eurostat 43,4 Prozent der Frauen (zwischen 30 und 34 Jahren) mindestens über einen Hochschulabschluss, während dies nur bei 34 Prozent der Männer der Fall war. Dem gegenüber steht die durchschnittliche Beschäftigungsquote: Diese lag bei Frauen in der Altersgruppe der 20- bis 64-Jährigen bei 64,3 Prozent gegenüber 75,9 Prozent bei Männern.