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Porträt

Streben nach intellektueller Herausforderung

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Vera Led hat nie vorgehabt, Karriere zu machen. Ebenso wenig, wie in das Familienunternehmen Uniquare einzusteigen. Nach 17 Jahren als CEO wagt sie den nächsten Schritt.

In ihrer beruflichen Laufbahn warf Vera Led zweimal ihre Prinzipien über Bord: Einmal, als sie in das IT-Unternehmen ihres Onkels einstieg. Und das zweite Mal, als sie ihren zukünftigen Ehemann und Kindesvater in ebendiesem kennenlernte. „So kann es gehen“, schmunzelt sie und bereut keineswegs, sich gegen ihre Vorhaben entschieden zu haben.

Denn entgegen der Sorge, sich beim Softwareentwickler bereits „in ein gemachtes Nest zu setzen“, profitierte sie nie davon, ein Familienmitglied zu sein. Im Gegenteil: Die emotionale Bindung sorgte dafür, noch mehr an der Geschäftsentwicklung zu hängen. Zugutekomme es jedoch den Mitarbeitenden, sagt sie, denn: „Wir sind weniger ein Familienunternehmen als eine Unternehmensfamilie.“ Zu spüren sei dies im Zusammengehörigkeitsgefühl der rund 110 Mitarbeitenden.

Dazu gehört, auch die Verpflichtungen außerhalb des Jobs im Dienstplan zu berücksichtigen, beispielsweise wenn Kinder oder Pflegefälle in der Familie zu betreuen sind. „Dafür müssen die Mitarbeitenden einander sehr gut kennen“, sagt die 46-Jährige, „und sich im Job wohlfühlen.“ Vertrauen zu stärken liege in der Verantwortung der Führungskräfte, sagt sie, und sie sei selbst durch die Erziehung ihrer Kinder gewachsen. Als zweifache Mutter habe sie gelernt, Aufgaben abzugeben und darauf zu vertrauen, dass es gelingt.

„Habe die Kettensäge bedient“

Andere zu bremsen, sei ein schwerwiegender Fehler, wenn es um eine gute Zusammenarbeit geht. Denn es könne lang dauern, Zweifel zu beseitigen, sagt die studierte Informatikerin. Anstatt infrage zu stellen, sei es effizienter, Fähigkeiten zuzutrauen. Sie nennt ein Beispiel: „Da mein Vater beruflich oft unterwegs war, haben wir die Aufgaben im Frauenhaushalt geteilt. Ich habe als junge Frau die Kettensäge bedient, und niemand hat jemals skeptische Fragen gestellt.“ Früh damit anzufangen, weniger Riegel vorzuschieben, sondern vorhandenes Interesse zu ermutigen, sei auch der Schlüssel, um mehr Frauen in die Technik zu bekommen, ist sie überzeugt.