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MY POLICEMAN
Streamingtipps

Von Harry Styles bis Madonna: Wenn Popstars sich im Film versuchen

In einem neuen Amazon-Film versucht sich Harry Styles abermals als Schauspieler – wie so viele Popstars vor ihm. Manche spielen nur sich selbst, andere eine überhöhte Version von sich. Und einige sind richtig gut dabei.

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Harry Styles als bisexueller Polizist in „Der Liebhaber meines Mannes"

In einer Zeit, in der öffentliche Personen immer noch dazu gedrängt werden, doch endlich zu bekennen, mit Menschen welchen Geschlechts sie bevorzugt ihr Bett teilen (zuletzt sah sich der 18-Jährige Kit Connor aus der Netflix-Serie „Heartstopper“ zu einem Coming-out gezwungen), bleibt Harry Styles überzeugt uneindeutig: Warum soll er seine Sexualität auch definieren? (Weil man keine mit der LGBT-Community assoziierten Kleidungsstile nutzen dürfe, ohne offiziell Teil davon zu sein, meinen die, die ihm „Queerbaiting“ vorwerfen.)

Solche angewandte Ambiguität praktiziert der Popstar, dessen jeder Schritt von Fans analysiert wird. Auch in seiner Rollenwahl. Nach „Dunkirk“ (auf Netflix) und „Don't Worry Darling“ (im Kino) gibt er nun in einem neuen Melodram mit dem Originaltitel „My Policeman“ (Amazon) einen jungen Polizisten, der im Brighton der 1950er-Jahre seine aufopferungsvolle Frau, mehr aber noch den Museumsdirektor liebt (inspiriert von der Lebensgeschichte des englischen Romanciers E. M. Forster). Zwischen einer späteren Erzählebene und Erinnerungen an leidenschaftliche Begegnungen wechselnd, fährt der Film vor allem Schmalz und dicke Geigen auf. Und Harry Styles – um tragische Blicke bemüht. Keine schauspielerische Meisterleistung. (kanu)

Lady Gaga zieht alle Register in „House of Gucci"

Ridley Scotts „House Of Gucci“ (2021, Sky) war auch ein Gipfeltreffen der Popstars. Jared Leto, Sänger von Thirty Seconds To Mars, mimte Paolo Gucci, den Bruder des Stardesigners Maurizio, recht expressiv. Augenfälliger war allerdings die Leistung von Lady Gaga, die ja schon in der Schmonzette „A Star Is Born“ (2018, Netflix, Amazon) bella figura gemacht hatte. Als Darstellerin der Schwarzen Witwe von Gucci zog sie alle Register. Sie reicherte ihre Rolle souverän mit vieldeutigen Blicken, winzigen Gesichtszuckungen und frivolen Tics an. Das schaffen selbst hauptberufliche Schauspieler selten so überzeugend. Während ihre Musik immer fader wird, erreichen ihre Performances als Schauspielerin allerhöchste Güte. (sam)

„Evita“ und bessere Madonna-Filme

Madonna, die – ihren Künstlernamen allzu wörtlich nehmend – in der Verfilmung von Andrew Lloyd Webbers schnulzigem Musical „Evita“ (1996, Disney+) den Schmachtfetzen „Don't Cry for Me Argentina“ über eine Balkonbrüstung schmettert: Der Schlüsselmoment einer Hauptrolle zwar, aber nicht unbedingt eine Sternstunde für die einstige Queen of Pop, die sich lang auch im Filmgeschäft um Königsweihen bemühte. Was bisweilen auch sehr vergnügliche Früchte trug: Etwa die famose New Yorker Krimikomödie „Susan . . . verzweifelt gesucht“ (1985, zum Leihen/Kaufen bei Amazon), in der Madonna als ausgefuchste Stadtstreicherin einer gelangweilten Hausfrau zum Ausbruch aus ihrem Alltag verhilft. Oder „Eine Klasse für sich“ (1992, diverse Anbieter), in der sie das Mitglied einer rein weiblichen Baseballmannschaft gibt. (and)

Ed Sheeran spielt sich selbst, oft und gerne – etwa in „Yesterday"

Recht unspektakulär (und damit stimmig, was sein Image betrifft) waren bisher die Auftritte des britischen Popstars Ed Sheeran. Als kleiner Soldat gab er etwa in „Game of Thrones“ (2017, Sky) ein Ständchen, nicht einmal einer der typisch dramatischen Tode war ihm vergönnt. Sich selbst spielte er mit der gebührenden Portion Selbstironie in „Bridget Jones' Baby“ (2016, Sky), in der Actionkomödie „Red Notice“ (2021, Netflix) und in der warmherzigen britischen Musikkomödie „Yesterday“ (2019, nur zum Leihen/Kaufen bei diversen Anbietern). Darin wird er als genialste Songwriter seiner Zeit vom Podest gestoßen – und nimmt es gelassen. (rovi)

Eminem als Rapper mit Schwächen in „8 Mile"

„I'm gonna turn around with a great smile / and walk my white ass back across 8 Mile.“ Mit solchen Zeilen sammelt Eminem als „Rabbit“ Respekt bei Rap-Battles – und spielt effektvoll seine eigene Aufstiegsgeschichte als weißer Rapper in einer schwarzen Subkultur nach. „8 Mile“ (2002, auf Netflix), benannt nach der Straße, die Detroit von den „weißen“ Vororten trennt, zeigt ihn als tapferen Kämpfer aus dem Trailerpark, der sich profiliert, indem er sich selbst disst: die Geburt einer Kunstfigur. (kanu)

David Bowies beste Rolle: „Der Mann, der vom Himmel fiel"

Sieht man von ein wenig Unterweisung in Pantomime seitens seines Mentors Lindsay Kemp in den Sechzigerjahren ab, irrte Popchamäleon David Bowie praktisch als Amateur durch hochprofessionelle Filmszenarien. 1975 etwa durch Nicolas Roegs „Der Mann, der vom Himmel fiel“. Sein damaliger hoher Kokainkonsum ließ keinerlei Selbstzweifel aufkommen. Es war der frühe Gipfel seiner Darstellungskunst. Sein Paul in „Schöner Gigolo, Armer Gigolo“ blieb genauso blass wie der Koboldkönig in „Die Reise ins Labyrinth“ (alle nur zum Leihen/Kaufen). (sam)

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