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Die Kleine Meerjungfrau in Kopenhagen, eines der beliebtesten Ziele für Aktivisten.
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Die Welt bis gestern

Vandalismus, um die Welt zu retten

Die Öko-Aktivisten von heute reihen sich ein in eine lange Tradition, in der politische Ziele durch Attacken auf Kunstwerke verfolgt werden. Sind sie der Gegner?

Die Klimabewegung übt sich in neuen Formen des Protests. Ihr Ziel ist es, Menschen aufzurütteln und einen Politikwechsel herbeizuführen. Sie nutzt dabei das Museum als Bühne. Besudelt wurden bis jetzt unter anderem die „Mona Lisa“, Raffaels „Sixtinische Madonna“, Vincent van Goghs „Sonnenblumen“, ein Gemälde von Claude Monet, ein Vermeer, ein Toulouse-Lautrec. Die Waffen: eine Torte, Sekundenkleber, Erdäpfelpüree, Tomatensuppe, Kunstblut. Beschädigt wurden bis jetzt nur Rahmen und Umgebung, Mona Lisa hat weiter ihr rätselhaftes Lächeln. Nicht hinterfragt wird anscheinend: Ist Kunst der richtige Gegner? Hier, im Museum, sitzt doch nicht der Feind. Es fehlt an Verständnis für derlei „ästhetische Lynchjustiz“ (Michael Köhler) und Michael-Kohlhaas'sche Selbstgerechtigkeit, auch bei denen, die mit den Anliegen der Aktivisten sympathisieren.

In wenigen Minuten weiß die Welt dank sozialer Medien wie Twitter davon, Millionen Klicks werden mit den Videos generiert. Man soll sich die hier dokumentierte Empörung und Wut der Aktivisten anschauen, sich davon anstecken lassen und sich dem Protest anschließen, indem man auf die Straße geht oder an Kampagnen in sozialen Netzwerken teilnimmt. Früher wurde mithilfe von Reden, Flugblättern oder Plakaten agitiert. Heute braucht man dazu nur eine Kamera, einen Internetzugang und einen Account in einem sozialen Netzwerk.