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Interview

Klimaforscher Keywan Riahi: "Die Staaten bleiben viel schuldig"

Keywan Riahi leitet das Energieprogramm am Internationalen Institut für angewandte Systemanalysen (IIASA) in Laxenburg.
Keywan Riahi leitet das Energieprogramm am Internationalen Institut für angewandte Systemanalysen (IIASA) in Laxenburg.IIASA/Oliver Wolf
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Am Sonntag startet der Weltklimagipfel in Ägypten – mit jeder Menge Kritik im Vorfeld. „Die Zeit läuft uns davon“, warnt Klimaforscher Keywan Riahi und hofft auf mehr als „heiße Luft“.

Keywan Riahi gilt als einer der einflussreichsten Klimaforscher der Welt. Seit 1997 wirkt der Österreicher als Hauptautor an der Erstellung der Klimaberichte der Vereinten Nationen mit. Mit der „Presse“ spricht Riahi über die Erwartungen an die startende Klimakonferenz in Ägypten, die Folgen der Energiekrise und über klimafreundliches Leben ohne Verzicht.

Die Presse: Diesen Sonntag startet die Klimakonferenz in Ägypten. Wo steht die Welt in Sachen Klimaschutz?

Keywan Riahi: Aus wissenschaftlicher Sicht ist klar, dass wir eine rapide und fundamentale Veränderung benötigen, um die Erwärmung bei 1,5 bis zwei Grad zu stabilisieren. Die Emissionen müssen in den nächsten acht Jahren um 46 Prozent sinken, 2050 dürfen wir netto gar nichts emittieren. Was die Länder heute tun und sich vornehmen, reicht dafür nicht.

Der Fokus liegt oft darauf, die Latte immer höher und höher zu legen. Aber ist es nicht wichtiger, Ziele zuerst auch zu erreichen?