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Klimakatastrophe

Klimawandel im Irak: Dem Zweistromland geht das Wasser aus

Risse durchziehen den staubtrockenen Boden: Die historischen Sumpflandschaften zwischen Euphrat und Tigris trocknen aus.
Risse durchziehen den staubtrockenen Boden: Die historischen Sumpflandschaften zwischen Euphrat und Tigris trocknen aus.AFP via Getty Images
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Im Irak vollzieht sich eine Katastrophe. Das Land trocknet aus. Sandstürme werden zum Sicherheitsproblem. Längst gibt es Klimaflüchtlinge aus dem Land an Euphrat und Tigris. Eine Reise auf den Spuren des Wassers von den kurdischen Bergen im Norden bis zu den mesopotamischen Sümpfen im Süden.

Vorsichtig schippert Ismail Abu Akram mit seinem kleinen Ausflugsboot über den Tigris in Bagdad. Er weiß, wo die Untiefen liegen, in denen sein Außenbord-Motor am Boden des Flusses entlangschrammen würde. Langsam zieht auf einer Uferseite die Mustansiriya vorbei. 1233 gegründet, hat dieses Gebäude einer der ältesten Universitäten der Welt beherbergt, in der nicht nur islamisches Recht, sondern auch Medizin und Mathematik gelehrt wurde. Die Uferböschung, auf der das Gebäude steht, ist auffällig hoch. Deutlich sind dort die unterschiedlich farbigen Streifen vergangener Wasserstände auszumachen. An einem Pfeiler einer benachbarten Brücke hat jemand den Wasserpegel von vor drei Jahren markiert, unerreichbar vom Boot aus fast drei Meter über dem heutigen Stand.

Die Erinnerung des Bootmanns Abu Akram geht noch weiter zurück. Er hat 1985, zunächst noch mit seinem Vater, begonnen, auf dem Tigris in Bagdad zu arbeiten. Damals war der Wasserstand sogar um sechs Meter höher, erzählt er. „Wir legen unser Schicksal in Gottes Hand. Aber wenn der Wasserpegel hier weiter sinkt, wird das zur Katastrophe für unsere Kinder und die nächsten Generationen.“