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Buchrezension

Carl Menger, die „Austrians“ und ihre Einstellung zum Geld

Aprycot Media
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Carl Menger, der Begründer der Österreichischen Schule, starb 87 Jahre, bevor Bitcoin erfunden wurde. Dennoch wird er jetzt von der Bitcoin-Community neu entdeckt. Der Bitcoin-Verlag Aprycot Media hat seinen Aufsatz „Über die Ursprünge des Geldes“ neu aufgelegt.

Wien. Mitunter hört man Bitcoin-Fans aus dem angelsächsischen Raum in ehrfurchtsvollem Ton von den „Austrians“ sprechen. Dann meinen sie eher nicht die Bewohner Österreichs, sondern vielmehr die Österreichische Schule der Nationalökonomie. Diese in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Wien entstandene Denkrichtung hat später in den USA eine Weiterentwicklung erfahren.

Ein einheitliches Theoriengebäude ist sie nicht. Als ihr Gründer gilt Carl Menger (1840−1921). Ihm ging es darum, das Individuum in das Zentrum jeder ökonomischen Betrachtung zu stellen. Preise ergeben sich seiner Meinung nach nicht aus irgendeinem inneren Wert eines Gutes, sondern aus dem subjektiven Wert, der ihm von potenziellen Käufern beigemessen wird. Auch Geld hat seiner Ansicht nach keinen Wert an sich. Schon gar nicht wird ihm ein Wert vom Staat zugewiesen. Vielmehr setzt sich ein bestimmtes Gut dann als Geld durch, wenn es „verkäuflicher“ ist als andere Güter, also besser als Tauschobjekt und Wertspeicher geeignet ist.