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Quergeschrieben

Gekommen, um zu scheitern: Die Asylpolitik produziert Verlierer

Immer mehr Flüchtlinge in Österreich können nicht lesen und schreiben. Welche Zukunftsperspektive sollen wir diesen Menschen bieten?

Weil in der Asylpolitik gerade so viel los ist, fand eine interessante Nachricht zuletzt wenig Beachtung: „Alphabetisierungsbedarf bei Flüchtlingen steigt“, lautete der Titel einer Aussendung des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF). Das Bildungsniveau habe sich seit 2015 deutlich verschlechtert, berichten die Experten. „So weisen aktuell sieben von zehn Asyl- und subsidiär Schutzberechtigten mit Zuerkennung im Jahr 2022 (. . .) einen Alphabetisierungsbedarf auf – sie müssen also erst die lateinische Schrift erlernen.“ Im Vergleich zum Jahr 2019 entspreche das einer Steigerung um die Hälfte, bei Männern sogar um 80 Prozent. Ein stark wachsender Teil dieser Migranten könne auch in der eigenen Muttersprache nicht schreiben, heißt es aus dem ÖIF.

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Wenn das alles stimmt, ist es ziemlich beunruhigend, würde ich sagen. Ich wüsste gern, was die zuständigen Politiker mit dieser Information anzufangen gedenken. Leider sind die Damen und Herren gerade anderweitig beschäftigt. In den vergangenen Tagen wurde hauptsächlich darüber gestritten, ob der Innenminister den mehrheitlich aus Migrantenmilieus stammenden Halloween-Randalierern in Linz mit Abschiebung drohen darf – obwohl er genau weiß, dass er diese Drohung nicht wahr machen kann. Die Grünen halten das für billigen Populismus (was zutrifft) und plädieren wieder einmal für mehr Sozialarbeit. In der SPÖ tue man sich mit dem Thema schwer, gestand die Integrationssprecherin der Partei, Nurten Yilmaz, bemerkenswert ehrlich im „Standard“. Sie selbst toleriere selbstverständlich keine Gewalt. Aber: „Wir müssen diesen jungen Menschen auch Perspektiven bieten.“