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Interview

Lecher Tourismuschef: "Wo Liftmasten sind, können auch Windräder stehen"

Getty Images
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Hermann Fercher, Tourismuschef von Lech Zürs, über russische Investoren, die Energiekrise und eine normale Wintersaison.

Die Presse: Jetzt wurden also auch die Weltcuprennen in Lech abgesagt. Dabei liegt Lech doch hoch und galt bisher als relativ schneesicher.

Hermann Fercher: Die Höhe allein ist nicht relevant. Es geht um den Niederschlag und die Temperaturen. Wir haben Klimaforscher beauftragt, die Region Arlberg zu untersuchen. Das Ergebnis lautet: Bis 2050 ist grundsätzlich gesichert, dass es genügend Schnee geben wird. Nur werden wir uns daran gewöhnen müssen, dass die Wintersaison erst im Dezember losgeht und bis Ende April dauert.


Weihnachten bis Ostern gibt es vorerst genügend Schnee.

Ja, das ist unsere Kernzeit fürs Skifahren. Allerdings ändern sich in vielen Hotels die Öffnungszeiten. Früher gab es eine Sommer- und Wintersaison. Heute sperren manche Betriebe Anfang Juli auf und halten bis April offen. Dann folgt eine längere Pause im Frühjahr.


Und das rechnet sich?

In den Herbstferien waren diese Hotels gut gebucht. Sie verfügen über eine gehobene Küche und einen schönen Wellnessbereich, falls das Wetter schlecht sein sollte. Diese Hotels werden in ferner Zukunft auch ohne Skitourismus bestehen.


Es gibt also längst Alternativen zum klassischen Skiurlaub.

Allerdings wäre es unsinnig, das aktuelle Wintergeschäft wegzulassen. Im Grunde genommen werden wir auf das Modell setzen, solang es möglich ist. Es ist ja schließlich alles angerichtet. Die Wertschöpfung ist im Winter am größten. Lech Zürs ist natürlich eine Skidestination, aber es kommen viele andere Facetten dazu. Etwa die Kulinarik.


Manche reisen auch nach Lech und Zürs, um hier gut zu essen?

Laut einer österreichischen Gästebefragung sind es etwa fünf Prozent, die bei uns vor allem wegen der Kulinarik und des Weines Urlaub machen.


Da ist Skifahren also ein nettes Nebenbei. Es gibt ja in kaum einem anderen Wintersportgebiet eine derartige Dichte an Spitzenrestaurants.

Das war schon immer ein besonderes Merkmal von Lech und Zürs. Die meisten Spitzenrestaurants sind ja in Hotels. Viele Betriebe haben dank ihrer Top-Gastronomie ihre Auslastung in der Zwischensaison enorm gesteigert.


Dennoch ist auch Lech nicht ganz von der realen Welt entkoppelt. Energiekrise, hohe Energiepreise: Wie geht Lech damit um?