Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Das ist keine Schule: multifunktionaler Bildungscampus in Hietzing . . .
Premium
Stadtarchitektur

Sag nicht Schule zu mir

Ein Campus kombiniert verschiedene Aufgaben – beim neuen Campus Penzing gehören dazu ein Inklusions-Cluster für Kinder mit Hörbehinderung und eine Musikschule. Infrastrukturen dieser Art werden wir in den nächsten Jahrzehnten vermehrt brauchen.

Wien wächst. Nach einem Tiefpunkt im Jahr 1988 mit unter 1,5 Millionen Einwohnern bewegt sich die Stadt gerade wieder auf die Zwei-Millionen-Grenze zu, die sie schon einmal, im frühen 20. Jahrhundert vor dem Ersten Weltkrieg, überschritten hat.

Mit dem Wachstum einher geht der Bedarf an zusätzlichem Wohnraum, der entweder an der Peripherie in Stadterweiterungsgebieten befriedigt wird oder durch Verdichtung im Inneren, etwa auf den Flächen aufgelassener Industrie- und Gleisanlagen. Mit den zusätzlichen Wohnungen steigt die Nachfrage nach dem, was Planer gern „soziale Infrastruktur“ nennen, also nach Gesundheitseinrichtungen, Schulen oder Kindergärten.

Der Begriff „Infrastruktur“ kommt eigentlich aus dem militärischen Bereich und bezeichnet heute Einrichtungen, die im Hinter- und Untergrund für das Funktionieren einer Gesellschaft nötig sind. Schulen und Kindergärten in einen Topf mit Kanälen, Schnellstraßen und Brücken zu werfen ist aus architektonischer Sicht allerdings kein glücklicher Gedanke. Als wichtige soziale Einrichtungen sollten sie ja alles andere als im Hintergrund wirken – nämlich zu den schönsten und prägendsten Bauten eines Stadtteils gehören.

Die Entwicklung des Bildungsbaus in der Stadt Wien über die vergangenen Jahrzehnte war in dieser Hinsicht durchaus erfreulich. Die erste Welle ambitionierter Schulbauten geht auf das Jahr 1991 zurück, als unter Stadtrat Hannes Swoboda das „Schulbauprogramm 2000“ lanciert wurde, in dessen Rahmen über 30 neue Volks- und Hauptschulen errichtet wurden. Geplant wurden sie von renommierten Architekten, die vor dem EU-Beitritt noch in Direktvergabe zu ihren Aufträgen kamen, danach über Wettbewerbe.