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Interview

Jungarzt Brodnig: "Soziale Kompetenz gehört im Medizinstudium forciert"

Richard Brodnig
"Der Aufnahmetest prüft in erster Linie die Studierfähigkeit der Bewerber ab", Richard Brodnig, Allgemeinmediziner in Ausbildung in der Wiener Klinik Landstraße.Jana Madzigon
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Das Aufnahmeverfahren zu einem Studium mit limitiertem Zugang könne nie frei von Diskriminierung sein, sagt Richard Brodnig, Hausarzt in Ausbildung in der Klinik Landstraße und Obmann der Jungen Allgemeinmedizin Österreich. Zum Aufnahmetest gebe es dennoch keine Alternative.

„Da soziale Kompetenzen mittels Test nicht abgefragt werden können, sollten sie während des Studiums forciert werden – mit Modulen, die beispielsweise Patienten- und Teamkommunikation behandeln“, sagt Richard Brodnig (33), Allgemeinmediziner in Ausbildung in der Klinik Landstraße in Wien und Obmann der Jungen Allgemeinmedizin Österreich (Jamö).

Obwohl der Aufnahmetest in seiner jetzigen Form weder fair noch frei von Diskriminierung sei, hält er ihn für zeitgemäß. „Und zwar aus einem einfachen Grund: Eine sinnvolleres Instrument haben wir nicht. Wenn jedes Jahr 12.000 Interessenten zugelassen würden, wären die ersten Prüfungen so schwierig, dass die meisten nicht vor, sondern eben zu Beginn des Studiums rausfliegen würden.“ Brodnig selbst schaffte den Test beim zweiten Anlauf und geht demnächst in die Steiermark, um seine Fortbildung in einer Landarztpraxis fortzusetzen.

Der Jungmediziner im Interview.

Die Presse: Halten Sie den Aufnahmetest für das Medizinstudium, bei dem jährlich rund 12.000 Bewerber antreten und 1850 genommen werden, für zeitgemäß, fair und frei von Diskriminierung?