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Interview

Jan Åge Fjørtoft: „Ihr solltet auf Salzburgs WM-Spieler stolz sein“

Noah Okafor ist für die Schweiz am Ball, er ist einer von vier Salzburg-Legionären, die bei der WM in Katar auflaufen werden.
Noah Okafor ist für die Schweiz am Ball, er ist einer von vier Salzburg-Legionären, die bei der WM in Katar auflaufen werden.MICHAEL BUHOLZER / Keystone / picturedesk
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Jan Åge Fjørtoft trägt sein Herz eloquent auf der Zunge. Der Ex-Rapidler und TV-Experte geht mit der Wüsten-WM hart ins Gericht, schwärmt von Lionel Messi und Hansi Flicks Personalmut. „Aber Frankreich wird in Doha gewinnen.“

Die Presse: Finden Sie es richtig, dass die Fußball-WM in Katar stattfindet? Die Problematik der Menschenrechte, Tausende tote Arbeiter, Homophobie – da passt doch so vieles nicht zusammen.

Jan Åge Fjørtoft: Der eigentliche Fehler geschah schon 2010, bei der Vergabe. Danach hat man gesehen, dass fast alle, die diese Entscheidung getroffen haben, nicht mehr im Amt sind, vor Gericht sind oder im Gefängnis waren wegen Korruption. Wir alle haben sicherlich zu spät angefangen mit diesen Protesten, dem Äußern unserer Bedenken. Es jetzt nur an den Sportlern festzumachen, finde ich falsch. Sie haben ein Recht darauf, sich zu äußern, aber keine Pflicht. Und für sie ist eine WM ein Erlebnis, für viele ein einmaliges.

Im Vorfeld von Großereignissen werden Probleme rundum beleuchtet, von Umweltschutz bis Korruption, egal ob in einer Demokratie oder einem Schurkenstaat. Mit Spielbeginn ist immer alles vergessen, warum?

Ich hoffe, wir alle haben gelernt. Seit 2010 ist viel passiert, wir sahen ja auch, wie Fans reagierten, als die Vision einer „Super League“ aufkam und sie gestoppt worden ist. Alles lässt der Fan nicht mehr auf sich sitzen. Wenn die WM anfängt, wird man Freude am Fußball haben. Aber ich bin mir sicher, dass Medien vor Ort auch über das Thema Menschenrechte und Korruption berichten, daran gibt es kein Vorbeikommen mehr.