Erst ein einziges Mal in der 92-jährigen Geschichte scheiterte ein WM-Gastgeber in der Vorrunde. Katar droht trotz intensiver Bemühungen eben dieses Schicksal.
Wer ein Großereignis austrägt, steht zwangsläufig im Mittelpunkt. Die Rolle Katars ist seit dem Tag der WM-Vergabe vor zwölf Jahren eine höchst umstrittene. Weil die Debatten über Korruption und Menschenrechtsverletzungen alle übrigen Themen bereits über ein Jahrzehnt ins Abseits stellen, wurde über die sportliche Bedeutung der katarischen Nationalmannschaft bislang kaum berichtet. Rollt erst einmal der Ball, dürfte wohl so wenig wie noch nie in der Geschichte von Fußball-Weltmeisterschaften mit der Heimmannschaft sympathisiert werden. Katar mag die fehlende Zuwendung egal sein, solang sich Erfolg einstellt. Aber, was ist von diesem Team bei dieser Endrunde zu erwarten?
Als Gastgeber fix qualifiziert, bekam der Wüstenstaat in Gruppe A die Niederlande, Senegal und Ecuador als Vorrundengegner zugelost. Platz zwei hinter den favorisierten Niederländern und der damit verbundene Aufstieg ins Achtelfinale wurden als Ziel ausgegeben. Schon die Auftaktbegegnung mit Ecuador kommenden Sonntag (17 Uhr) wird einer Machbarkeitsstudie gleichkommen.