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Fußball-WM 2022

Frankreich und der Fluch dieser Wüsten-WM

Wovon viele Fußballer träumen, wurde 2018 für Kylian Mbappé Wirklichkeit: Der Stürmer hielt den WM-Pokal in seinen Händen.
Wovon viele Fußballer träumen, wurde 2018 für Kylian Mbappé Wirklichkeit: Der Stürmer hielt den WM-Pokal in seinen Händen.REUTERS
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Nur Italien und Brasilien schafften bis dato bei einer Fußball-WM die Titelverteidigung, jetzt will Frankreich dieses Kunststück in Katar vollbringen. Dass die global umstrittene Endrunde überhaupt in dem Emirat steigt, trägt eine französische Fußnote.

Frankreich tritt bei der Fußball-WM in Katar nicht nur als Titelverteidiger und einer der Topfavoriten an, sondern verleiht dem so umstrittenen Wüstenturnier auch eine ganz eigene Note. Denn als am 2. Dezember 2010 das Emirat vom Fußballweltverband Fifa die Austragung zugesprochen bekommen hat– sogar für viele Funktionäre extrem überraschend, weil es bei der Fifa-internen Evaluierung an letzter Stelle aller Kandidaten gereiht war –, soll die „Grande Nation“ groß die Finger im Spiel gehabt haben. Im finalen Wahlgang setzte sich das Land am Persischen Golf mit 14:8-Stimmen gegen die USA durch.

Jetzt, zwölf Jahre später, kommen selbst Sepp Blatter öffentlich Zweifel, ob denn alles mit rechten Dingen mit ihm und hinter seinem Rücken zugegangen ist. Während der Ex-Fifa-Präsident von einem „Irrtum“ sprach, waren sich offenbar andere ganz sicher, dass diese WM gut in der Wüste aufgehoben ist. Recherchen ergaben, dass bei einem Treffen am 23. November im Élysée-Palast – am Tisch saßen Gastgeber und Katar-Befürworter Nicolas Sarkozy, der an diesem Abend an Bord geholte und später sehr tief gefallene Uefa-Präsident Michel Platini sowie der damalige Emir, Hamad bin Khalifa Al-Thani – Einwände Platinis, doch Amerika ob der Hitze und der kritischen Menschenrechtslage am Golf zu bevorzugen, da unkompliziert aus dem Weg geräumt worden sein sollen. Folglich überzeugte er manch stimmberechtigtes Mitglied, die Uefa war laut Insidern also der „Wegbereiter“ der Katar-WM.